In den letzten Tagen waren die Nächte mit um die +5°C recht mild, dann sind vor allem die sogenannten Wintereulen aktiv. Bei vielen Wintereulen-Arten schlüpfen die Falter im Herbst und leben bis in das Frühjahr hinein. Bei Frost sind die Tiere inaktiv.

Die Feldholz-Wintereule Conistra rubiginosa (SCOPOLI, 1763) fliegt bei nächtlichen Temperaturen ab ca. +2°C. Sie saugt dann an Baumsäften, Fallobst oder Hagebutten, im Frühjahr werden auch Weidenkätzchen besucht.

Conistra rubiginosa (SCOPOLI, 1763)F

Viele Herbst-und Winterarten verfügen über eine dichte Körperbehaarung, die vor der Kälte schützt.

Die Art ist bei uns in Schleswig-Holstein nicht selten. Sie fliegt aber kaum ans Licht, kommt aber gerne an den Köder.

Die Nachweismethoden wie Lichtfang oder Köderfang und wer das darf habe ich hier erklärt

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Beim letzten Leuchtabend hatten wir wirklich Glück, es flogen fast alle der bunten Herbstarten an. Eine davon war die Violett-Gelbeule Xanthia togata (ESPER, [1788]).

Xanthia togata (ESPER, 1788)1

Auffallend ist die an das bunte Herbstlaub angepasste Färbung und Zeichnung, die die Tiere tagsüber fast unsichtbar macht.

Die Eier werden von den Weibchen bevorzugt an Weiden abgelegt. Die im Frühjahr schlüpfenden Jungraupen bohren sich in Weidenkätzchen ein. Wenn diese verblüht sind und zu Boden fallen, fressen die Raupen hauptsächlich an krautigen Pflanzen.

Die Violett-Gelbeule ist bei uns häufig und lässt sich gut durch Lichtfang nachweisen.

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Der letzte öffentliche Leuchtabend des Jahres 2015 war ein voller Erfolg. Bei sehr guten Bedingungen konnten wir viele der typischen Herbstarten sehen. In den nächsten Tagen werde ich einige davon vorstellen.

Den Anfang macht der Blaukopf Diloba caeruleocephala (LINNAEUS, 1758) Er wird in Schleswig-Holstein nur noch selten nachgewiesen, um so erfreulicher sind die regelmäßigen Funde im Bokelsesser Moor.

Die Raupen fressen an den Blättern diverser Laubholzarten wie Weide, Pappel, Pflaume, Haselnuss und weitere.

Diloba caeruleocephalaR

Bei uns in Mitteleuropa überwintert der Blaukopf als Ei. Wenn im Frühjahr die Knospen treiben, schlüpfen die Jungraupen und fressen daran, später dann an den Unterseiten von frischen Blättern. Erst die größeren Raupen fressen das ganze Blatt.

Diloba caeruleocephala (LINNAEUS, 1758)E

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Der häufigste Falter beim Nordtour Leuchtabend war die Hausmutter Noctua pronuba (LINNAEUS, 1758). Die Falter sind extrem variabel in der Färbung, die Bandbreite reicht von ganz hellen bis ganz dunklen Exemplaren und alle dazwischen liegenden Schattierungen.
Noctua pronuba Noctua pronuba1
Die Hinterflügel sind leuchtend orange gefärbt mit einem schwarzen Rand.

Noctua pronuba2

Die Raupen fressen an fast allen krautigen Pflanzen und verpuppen sich in einer Erdhöhle.

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Die Gammaeule Autographa gamma (LINNAEUS, 1758) kann man jetzt auch tagsüber oft in großer Zahl an Blüten saugend beobachten. Sie zählt zu den Wanderfaltern, ist aber bei uns inzwischen auch heimisch. Die große Anzahl der Falter lässt sich dadurch erklären, dass zu den Einheimischen viele Gäste aus dem Süden hinzu gekommen sind. Der deutsche Name […]

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Beim Leuchtabend am 11.07.2015 konnte ich auch Eucarta virgo (TREITSCHKE, 1835) nachweisen. Für diese Art gibt es keinen deutschen Namen, da sie erst 1998 in Deutschland aufgetaucht ist.

Steiner, A., Ratzel, U., Top-Jensen, M. & Fibinger, M. (2014)schreiben dazu in : die Nachtfalter Deutschlands. Ein Feldführer “Diese östlich-kontinental verbreitete Art ist in Ausbreitung nach Westen begriffen und wurde 1998 erstmals in D gefunden. Mittlerweile ist sie aus SN, MV, BB (seit 2001), BY (seit 2000) NI (seit 2002) und SH (seit 2006) nachgewiesen.”

Die Raupen dieser relativ kleinen Eule fressen unter anderem an Beifuß und Rainfarn.

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Die Zackeneule Scoliopteryx libatrix (LINNAEUS, 1758) – auch Krebssuppe genannt – fand sich beim letzten Leuchtabend ein. Die deutsche Bezeichnung “Zackeneule” kann ich ja noch nachvollziehen, mit dem Namen “Krebssuppe” kann ich mich weniger anfreunden. Einer der Gründe, warum ich die eindeutigen wissenschaftlichen Namen bevorzuge.

Scoliopteryx libatrix überwintert als Imago in feuchten, frostfreien Höhlen.
Davon haben wir in Schleswig-Holstein ja nicht so viele. Also haben sich die Tiere eine Nische gesucht. Mein leider verstorbener Kollege Walter Baltruweit hat für die Straßenmeisterei gearbeitet. Er fand den auffälligen Eulenfalter regelmäßig an den Wänden von Gullischächten.

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Heute Abend saß unter dem Terrassendach eine Große Grasbüscheleule Apamea monoglypha (HUFNAGEL, 1766). Vermutlich hat sie sich vor Sturm und Regen dort versteckt.

Ihre Raupen ernähren sich von Süßgräsern, fressen aber auch unter der Erde an Graswurzeln. Der Falter ist bei uns weit verbreitet und mit einer Spannweite von bis zu 56 mm recht groß. Die Färbung und Zeichnung ist sehr variabel.

Es kann gut sein, dass wir diese Art auch bei unserem öffentlichen Leuchtabend am nächsten Mittwoch zu sehen bekommen.

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Gestern Abend habe ich mal das Geißblatt mit der Taschenlampe abgesucht und bin auch fündig geworden. Mehrere Messingeulen Diachrysia chrysitis (LINNAEUS, 1758) saugten dort Nektar.

Wissenschaftler sind sich noch nicht einig darüber, ob es noch eine Schwesterart, die Tutts – Messingeule Diachrysia stenochrysis (WARREN, 1913) gibt.

Auch wenn die Falter häufig anzutreffen sind, erfreue ich mich immer wieder an den metallisch glänzenden Schuppen.

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