Wie in jedem Jahr steht der November ganz im Zeichen der Frostspanner. Wann beginnt die Flugzeit? Wie viele werden es sein? In diesem Jahr fand ich die ersten Exemplare am achten November. Zunächst nur einige wenige, aber jetzt gegen Ende des Monats sind sie doch recht zahlreich anzutreffen.

Vor allem die Buchenstämme waren dicht vor allem mit Männchen besetzt. Hier hätte man pro Festmeter zählen können. Wenn man die herumfliegenden Tiere und die Weibchen mit berücksichtigt, waren es locker 40 Exemplare pro Quadratmeter!

Die mit Abstand häufigste Art war der Kleine Frostspanner Operophtera brumata (LINNAEUS, 1758) Hier eine Kopula bei der man erkennen kann, dass die Weibchen flügellos sind.

Aber auch der Große Frostspanner Erannis defoliaria (CLERCK, 1759) war mit einigen Exemplaren zu finden. Auch bei dieser Art sind die Weibchen flügellos.

Der Orangegelbe Breitflügelspanner Agriopis aurantiaria (HÜBNER, [1799]) ist eigentlich kein Frostspanner, fliegt aber um die gleiche Jahreszeit. Man ahnt es schon, auch hier sind die Weibchen flügellos.

Alle Weibchen der heute vorgestellten Arten schlüpfen am Fuße der Bäume, krabbeln ähnlich wie Spinnen den Baumstamm empor. Auf ihrem Weg zu den Blattknospen werden sie von den Männchen befruchtet (Kopula) und legen ihre Eier ab. Die Raupen schlüpfen mit Beginn des Blattaustriebs im Frühjahr.

Viele Gartenratgeber empfehlen, Leimringe an Baumstämmen anzubringen, an denen die Weibchen festkleben und vor der Eiablage verenden. Die Bäume bleiben dann weitestgehend frei von Frostspannerraupen – aber vor allem den Kohlmeisen fehlt dann im Frühling die wichtigste Nahrungsquelle für ihre erste Brut.

Alle Bilder: Birgitt Piepgras

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Wenn man genau hinschaut, findet man zwischen all den flügellosen Weibchen des Kleinen Frostspanners auch weitere Arten.

Die Weibchen des Orangegelben Breitflügelspanners Agriopis aurantiaria (HÜBNER, [1799]) haben nur noch sehr rudimentäre Flügelstummel, mit denen sie natürlich nicht mehr fliegen können. Auch der Saugrüssel fehlt, sie können also auch keine Nahrung aufnehmen.

Zur Erhaltung der Art reicht es, wenn ein Männchen die Dame findet und sie befruchtet. Die Herren sind viel leichter nachzuweisen als die Weibchen. Sie kommen regelmäßig ab November bis in den Dezember hinein an’s Licht.

So auch dieses völlig ramponierte Exemplar. Trotz der heftigen Beschädigungen der Flügel durch Dornen, kleine Zweige oder Vogelbisse war es noch voll flugfähig. Für mich immer wieder faszinierend, dass die Tiere damit umgehen können.

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