“Warum ausgerechnet Nachtfalter?” ist die mir am häufigsten gestellte Frage. Ich habe mir diese Tiergruppe ausgesucht, weil man mit ihr Zusammenhänge in der Natur erklären und den Zustand unserer Landschaften erkennen kann. Nachtfalter sind damit gute Bioindikatoren.

Weitere mir häufig gestellte Fragen sind:

häufige Fragen

Sind alle Nachtfalter Motten?

Die Bezeichnung Motte ist eine Übersetzung vom englischen Wort “moth”. Sie meint nachtaktive Schmetterlinge.
Im allgemeinen Sprachgebrauch wird die echte Kleidermotte als Motte bezeichnet deren Raupen sich tatsächlich von organischem Material ernähren. Sie gehört zu den Kleinschmetterlingen.

Sind alle Nachtfalter Schädlinge?

Nein, kein einziger Falter ist ein Schädling. Die Tiere ernähren sich von Nektar, Baumsäften, Fallobst und ähnlichem. Manche Arten nehmen als Imago gar keine Nahrung mehr zu sich. Es kommt jedoch vor, dass Raupen einzelner Arten jahrweise so häufig sind, dass sie Schaden an den Kulturen anrichten.

Warum fliegen Nachtfalter an’s Licht?

Nachtfalter orientieren sich am Licht des Mondes, dessen Lichtstrahlen auf Grund der großen Entfernung parallel auf der Erde erscheinen. Die Falter ermitteln, in welchem Winkel zu den Lichtstrahlen ihr Flugziel liegt und behalten diesen Winkel während des gesamten Fluges bei. Das führt zu einer geraden Flugbahn. Das Licht einer Lampe ist sehr nah, die Lichtstrahlen breiten sich radial aus. Wenn der Falter sich an der Lampe orientiert, führt das zu einem Spiralflug bis zur Lichtquelle.

Warum sind Nachtfalter bunt?

Nachtfalter müssen sich tagsüber vor ihren Fressfeinden verstecken. Die Welt tagsüber ist bunt, daher sind es viele Falter auch.

Warum werden Schmetterlinge präpariert?

Auch in Zeiten digitaler Fotografie kann auf das Präparieren besonderer Arten nicht verzichtet werden. Die Entwicklung der digitalen Medien schreitet so rasant voran, dass man heute nicht voraussagen kann, ob die jetzt üblichen Bildformate auch in 20, 30 oder 200 Jahren noch lesbar sind. Ein präparierter Falter kann erwiesenermaßen auch noch nach dieser Zeit betrachtet und sogar wissenschaftlich untersucht werden.

Warum werden wissenschaftliche Namen verwendet?

Die deutschen Namen der Falter sind regional sehr unterschiedlich und damit nicht eindeutig. Für viele Kleinschmetterlingsarten gibt es gar keine deutschen Namen, weil sie der Bevölkerung unbekannt sind und im Sprachgebrauch daher keine Rolle spielen.

Was bedeutet die Jahreszahl in den wissenschaftlichen Namen?

Sie gibt an, wann die Erstbeschreibung des entsprechenden Falters erfolgt ist.

Was kann ich selbst zum Schutz von Nachtfaltern tun?

Viele Nachtfalter ernähren sich von Nektar. Einheimische, nicht gefüllte Blüten bieten die beste Nahrung. Der weit verbreitete Rat, Brennnesseln im Garten stehen zu lassen, ist zwar lieb gemeint, hilft den Faltern aber wenig. Es gibt nicht viele Arten, die diese Pflanzen zur Eiablage brauchen.

Da Nachtfalter von bestimmten Lichtquellen angezogen werden, sollten Lampen eine Lichtfarbe haben, die dies vermeidet. Ebenso sollte eine Dauerbeleuchtung vermieden werden, Bewegungsmelder sorgen für die benötigte Sicherheit im Dunkeln.

Was muss ich zu einem öffentlichen Leuchtabend mitbringen?

Eine Taschenlampe, da der Weg vom Parkplatz bis zum Veranstaltungsort meist nicht beleuchtet ist. Außerdem wird die Lampe zum Betrachten der Falter in den Bestimmungsdosen benötigt.

Wo finde ich noch mehr Informationen zu den Faltern?

Einfach auf den wissenschaftlichen Namen klicken, er führt zur entsprechenden Seite der Bestimmungshilfe des Lepiforum e.V.

wie finde ich Nachtfalter?

Köderfang

Es gibt viele Rezepte, um Köder herzustellen. Häufig benutzt wird Rotweinköder zum Tränken von Sisalschnüren, die man dann über Äste hängt. Wenn der Köder eine feste Konsistenz hat, wird er mittels eines Pinsels z.B. an Baumstämme gestrichen. Angelockt werden die Nachtfalter davon, weil der Geruch und Geschmack vergorenem Obst entspricht.

Lichtfang

Man verwendet Lampen, die in der Lichtfarbe dem natürlichem Licht des Mondes sehr nahe kommen. Üblich ist die Verwendung in Leuchttürmen und Lichtfallen.

Suche nach Eiern, Raupen, Puppen

Gerade für die Suche nach Raupen wird häufig ein Klopfschirm verwendet, den man z.B. unter einen Busch legt. Beim Schütteln oder Klopfen lassen die Raupen sich fallen und können auf dem hellen Schirm gut erkannt werden.

Wer darf das ?

Bei allen Nachweismethoden kann nicht sichergestellt werden, dass man streng geschützte Arten fängt. Das Leuchten stellt zudem einen großen Eingriff in die Natur dar. Die Tiere werden aus ihrem Lebensraum gelockt, während der Dauer des Leuchtens an der Fortpflanzung und Nahrungsaufnahme gehindert.

Daher ist es notwendig, über entsprechende Sachkenntnis zu verfügen und eine entsprechende Genehmigung einzuholen. Die Voraussetzungen dafür sind in den Bundesländern unterschiedlich geregelt. In Schleswig-Holstein ist die Obere Naturschutzbehörde zuständig, für die Naturschutzgebiete die Unteren Naturschutzbehörden.