Das ungewöhnlich warme Wetter lud ja förmlich dazu ein, nochmal in verschiedenen Habitaten zu leuchten. Wir waren überrascht wie viele Arten noch auf den Flügeln waren. Über 30 an jedem der drei Leuchtabende in dieser Woche!

Der im Titel gezeigte Pustelspanner Comibaena bajularia ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER], 1775) fliegt normalerweise im Juni/Juli.

Der Wanderzünsler Nomophila noctuella ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER], 1775) ist in Europa und Asien häufig anzutreffen. Er bevorzugt warme, krautige und trockene Habitate. Diese Bedingungen werden in der Bokeler Heide erfüllt.

Auf die Grüne Eicheneule Dichonia aprilina (LINNAEUS, 1758) freue ich mich jedes Jahr. Mich fasziniert, wie perfekt ihre Färbung an die mit Moosen und Flechten bewachsene Baumrinde angepasst ist. Nachtfalter müssen sich ja in einer tagsüber bunten Welt verstecken. Wir haben sie diese Woche wieder sowohl in der Bokeler Heide, als auch im Bokelsesser Moor und in meinem Garten in Sibirien nachgewiesen. Sie kommt aber auch an vielen weiteren Standorten vor.

Absolutes Highlight war einmal wieder der Blaukopf Diloba caeruleocephala (LINNAEUS, 1758) der in Schleswig-Holstein leider selten geworden ist. Um so erfreulicher ihn auch in diesem Jahr wieder nachweisen zu können. Mehr als 10 Exemplare flogen an. Ich habe die Art schon einmal vorgestellt, hier nachzulesen.

Auch mehrere Fledermausarten waren noch aktiv. Zwerg- Rauhautfledermäuse und Große Abendsegler.
Hier das Spektrogramm, Sonogramm und der Ruf zweier Großer Abendsegler, die über einer Wiese jagen. Die Frequenzen verschieben sich leicht, damit die Tiere sich nicht gegenseitig stören.

Alle Bilder: Birgitt Piepgras

Creative Commons Lizenzvertrag
Soweit nicht anders gekennzeichnet sind Bilder, Soundaufnahmen und Texte von nachtfalter-sh.de lizenziert unter einer 4.0 International Commons Lizenz

Namensnennung – Nicht-kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen .

Bilder in höherer Auflösung stelle ich gerne unter den oben genannten Bedingungen zur Verfügung.

Read More →

ein Gastbeitrag von Edelgard Heim, Elbmarschenhaus Haseldorf

Vorher Regen- nachher Wolkenbruch und dazwischen einige trockene Stunden mit milder Temperatur und aktiven Nachtfaltern: so präsentierte sich der Leuchtabend mit der Expertin Birgitt Piepgras im Außengelände des Elbmarschenhauses in Haseldorf am Freitag, den 1. Juli 2016.

Eine Gruppe von 28 Personen wartete geduldig auf den Einbruch der Nacht. „Was treibt sich nachts in unserem Außengelände herum?“ war die Frage. Nun, zuallererst einmal eine Armada von Stechmücken, die von unseren tapferen Abfangjägern, den Schwalben, gejagt wurde. Die Zeit bis zum Eintreffen der Nachtfalter wurde kurzweilig durch die Betrachtung der geschickten Flugmanöver der Schwalben überbrückt.
„Je später der Abend, umso größer die Falter“, fasste eine Teilnehmerin den Abend treffend zusammen. Denn nach kleinen Nachtfaltern wie Rosenspanner und Blattwickler wurden wir von großen Hausmuttern und den spektakulären Nacht-Schwalbenschwänzen besucht. Letztere zeigten sich sehr zutraulich und rissen uns alle zu später Stunde in ihren Bann.

unspecifiedFoto: Meike Zieseke

Als dann kurz vor Mitternacht ein Federgeistchen auftauchte, war es Zeit, das Außengelände zu räumen. Ob zur Geisterstunde noch mehr oder größere Gespenster, womöglich mit SEHR langen Zähnen auftauchen, wollten wir alle gar nicht wissen.

Vielen Dank liebe Frau Piepgras für diesen spannenden Abend mit ganz neuen Erkenntnissen! Die beiden Kinder, die mitgemacht haben, haben mir vorher erzählt, dass sie kürzlich bei einem „total langweiligen“ Vortrag über Wölfe gewesen sind. Ihr Leuchtabend hat offensichtlich für Begeisterung bei der Jugend gesorgt. Alle Falter wurden ausgiebig betrachtet, kommentiert und mit dem Handy fotografiert.

Read More →

Trotz des kalten, regnerischen und stürmischen Wetters fand ich im Garten den Wasserlinsenzünsler Cataclysta lemnata (LINNAEUS, 1758). Die Falter sind tagaktiv, kommen aber auch regelmäßig ans Licht.

Hier ist der deutsche Name tatsächlich hilfreich, die Raupen dieser Art ernähren sich hauptsächlich von Wasserlinsen in stehenden Gewässern. In diesem Fall reicht sogar ein kleiner Gartenteich, wenn nur die Raupennahrungspflanze vorhanden ist. Mit etwas Glück entdeckt man dort auch die Raupen, die sich aus Pflanzenteilen eine Behausung gebaut haben. Diese wird mit Luft gefüllt, so dass auch unter Wasser gefressen werden kann.

Read More →

Heute in der Dämmerung flogen diverse Brennnesselzünsler Anania hortulata (LINNAEUS, 1758) durch den Garten. Der Familienname Zünsler leitet sich ab von dem Begriff zünseln, wie früher das Flackern von Feuer auch genannt wurde.

Stört man eine Zünslerraupe in ihrem Versteck, bewegt sie sich schnell vor und zurück, ebenso wie es die Flammen tun.

Die Zünslerfalter kann man gut von den Spannern unterscheiden. In Ruhestellung legen Zünsler ihre Fühler auf die Flügel, die Spanner darunter.

Read More →