Momentan ist gelb ja eine sehr aktuelle Farbe in der Natur: Löwenzahn, Butterblume und auch noch die Winterlinge sind leuchtende Beispiele dafür.

Ein ebenso intensiv gelber Nachtfalter fliegt momentan, der Gelbspanner Opisthograptis luteolata (LINNAEUS, 1758) Die Art ist weit verbreitet, die Raupen fressen an vielen Laubbäumen. Die Falter fliegen daher auch in Wäldern, Parks, Gärten und in unseren Knicks noch bis Mitte Juli. Wenn die Bedingungen günstig sind, kann sich eine zweite Generation im Frühherbst entwickeln. Diese Falter haben oft eine deutlich ausgeprägtere braune Zeichnung auf den Flügeln.

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Heute Abend schienen die Bedingungen für einen Leuchtabend ganz gut zu passen: 10°C, bewölkt, fast windstill, kein heller Mond und eine langsam aufziehende Wetterfront. Ich hoffte auf viele Falter, wurde aber leider in der Hinsicht enttäuscht. Der Anflug war sehr spärlich.

Zwei Frühlingsboten ließen sich aber blicken.

Orthosia gothica (LINNAEUS, 1758)1

Die Gothica-Kätzcheneule Orthosia gothica (LINNAEUS, 1758) fliegt, wenn die Weidenkätzchen blühen. Da diese Blütezeit abhängig von der Witterung ist, erstreckt sich auch die Flugzeit dieser Art von März bis Mai. Bei günstigen Bedingungen wird sogar im Herbst eine zweite unvollständige Generation gebildet.

Alsophila aescularia (DENIS & SCHIFFERMÜLLER, 1775)

Ein weiterer typischer Frühlingsbote ist der Frühlings-KreuzflügelAlsophila aescularia ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER], 1775) Seine Raupen fressen an vielen Laubbäumen und können so zahlreich auftreten, dass eine Schadwirkung, vor allem an Obstbäumen, nicht ausgeschlossen ist.

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Heute habe ich das relativ gute Wetter genutzt und endlich mal die Schlehenhecken abgesucht. Auch wenn ich mich hauptsächlich mit Nachtfaltern beschäftige, lasse ich die Tagfalter natürlich nicht völlig außer Acht. Mein Interesse galt heute zwei Arten, einem Tagfalter aus der Familie der Zipfelfalter und einem Nachtfalter aus der Familie der Spanner.

Thecla betulae (LINNAEUS, 1758)E

Der Nierenfleck-Zipfelfalter Thecla betulae (LINNAEUS, 1758) läßt sich am einfachsten nachweisen, indem man seine Eier an Schlehen sucht. Das geht natürlich am einfachsten, wenn kaum noch Blätter an den Pflanzen sind. Bevorzugt werden die Eier an Astgabeln abgelegt, die sich am äußeren Rand der Gehölze befinden.


Den Falter kann man im Sommer beobachten. Meist fliegt er aber in oder hoch über den Schlehenhecken und ist viel schwerer zu entdecken als seine Eier. Er verläßt “seine” Hecke, um Nektar zu saugen. Wenn man zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist, gelingen dann auch solche Fotos. Dieses hat mein leider verstorbener Kollege und Freund Jörg Roloff geschossen.

Theria rupicapraria (DENIS & SCHIFFERMÜLLER, 1775)T

Der Späte Schlehenbusch-Winterspanner Theria rupicapraria ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER], 1775) imitiert ein verwelktes Blatt und ist bei Tageslicht nur schwer zu entdecken.

Theria rupicapraria (DENIS & SCHIFFERMÜLLER, 1775)N

In der Dunkelheit kann man die Falter im Licht der Taschenlampe in und an der Hecke umher fliegen sehen. Sie suchen dort die flügellosen Weibchen, um sich mit ihnen zu paaren.

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Heute habe ich mich mal auf die Suche nach dem Schneespanner Phigalia pilosaria ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER], 1775) gemacht. Mit viel Übung kann man die hervorragend getarnten Männchen tagsüber ruhend an Baumstämmen finden.

Apocheima pilosaria (DENIS & SCHIFFERMÜLLER, 1775)W

Die Weibchen lassen sich leichter Nachts im Schein der Taschenlampe entdecken. Sie besitzen wie die hier bereits vorgestellten kleinen Frostspanner nur sehr rudimentäre Flügel. Nach der Begattung kriechen sie an dem Baumstämmen empor und legen ihre Eier an den Blattknospen ab.

Apocheima pilosaria (DENIS & SCHIFFERMÜLLER, 1775)R

Die Raupen schlüpfen im Frühjahr und fressen die Blätter vieler Laubbaumarten. Sie bewegen sich auf für Spanner typischer Art vorwärts. Diese Art der Fortbewegung ähnelt dem Abmessen der alten Maßeinheit Spanne, daher stammt auch der Familienname.

Apocheima pilosaria (DENIS & SCHIFFERMÜLLER, 1775)RP

Schmetterlinge und deren Eier, Raupen und Puppen sind Teil der Nahrungskette. Diese Raupe des Schneespanners wurde von Schlupfwespen als Kinderstube ausgewählt. Die Wespe hatte ihre Eier in der lebenden Raupe abgelegt. Die daraus schlüpfenden Larven fraßen ihren Wirt von innen auf, verschonten dabei aber alle lebenswichtigen Organe, um möglichst lange profitieren zu können. Jetzt sind die Larven erwachsen und haben gerade die noch lebende Raupe verlassen und sich verpuppt.

Das mag manchem grausam erscheinen, aber auch Schlupfwespen müssen das Überleben ihrer Art sichern und dafür brauchen sie die Raupe als Wirt. Viel sympathischer erscheint es uns, wenn eine Meise sie an ihre niedlichen Küken verfüttert.

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Jetzt ist auch der kleine Frostspanner Operophtera brumata (LINNAEUS, 1758) auf den Flügeln. Mit beginnender Dämmerung fliegen die Männchen umher auf der Suche nach Weibchen.

Operophtera brumata (LINNAEUS, 1758)W

Wie auch beim Großen Frostspanner sind bei dieser Art die Weibchen nur noch mit sehr rudimentären Flügeln ausgestattet. Genau wie beim großen Verwandten krabbeln die Weibchen an den Baumstämmen und Ästen empor.
Operophtera brumata (LINNAEUS, 1758)K

Auf dem Weg dorthin werden sie von den Männchen begattet. Die Eier werden an den Blattknospen abgelegt. Die Raupen schlüpfen im Frühjahr und bilden eine wichtige Nahrungsquelle für die erste Brut der Singvögel. Durch ihre in manchen Jahren besonders hohe Anzahl können die Raupen des Kleinen Frostspanners auch Schäden in Kulturen anrichten.

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Den großen Frostspanner Erannis defoliaria (CLERCK, 1759) kann man bei uns ab Anfang Oktober finden. Am besten geht man einfach mit einer Taschenlampe bewaffnet in den Wald und sucht Baumstämme ab.

Erannis defoliaria (CLERCK, 1759)1

Die männlichen Tiere sind nicht immer so kontrastreich gezeichnet, wie im Beitragbild zu sehen. Manche sind praktisch einfarbig, andere weisen eine schwache Zeichnung auf.

Erannis defoliaria (CLERCK, 1759)W

Die Weibchen besitzen nur sehr rudimentäre Flügel, sie sind flugunfähig. In der Dämmerung schlüpfen sie am Fuß der Bäume und klettern den Stamm hoch.

Erannis defoliaria (CLERCK, 1759)K

Die Männchen nehmen die Pheromone, die weiblichen Sexuallockstoffe, mit ihren Fühlern wahr und fliegen sie an. Es kommt zur Kopula. Die befruchteten Weibchen legen ihre Eier an den Blattknospen ab.

Erannis defoliaria (CLERCK, 1759)R

Im Frühjahr schlüpfen die Raupen und fressen an den Blättern vieler Laubbäume.

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Der Erlen-Zackenrandspanner Ennomos alniaria (LINNAEUS, 1758) ist ebenfalls ein typischer Herbstfalter. Er hat eine ebenso dichte Behaarung, wie der Ferderfühler-Herbstspanner.

Ennomos alniaria (LINNAEUS, 1758)W

Sehr gut zu erkennen ist die Rüsselscheide, die allerdings leer ist. Der Rüssel ist gar nicht mehr angelegt, da die Falter keinerlei Nahrung zu sich nehmen. Sie leben von ihren Fettreserven, die sie sich als Raupe angefressen haben. Sind diese verbraucht, sterben die Tiere. Auch bei dieser Spannerart haben die Weibchen fadenförmige Fühler, die Männchen gefiederte.

Ennomos alniaria (LINNAEUS, 1758)E

Die Weibchen legen grüne rechteckige Eier, die überwintern. Die Raupen fressen an den Blättern vieler Laubbaumarten wie Pappel, Erle, Weide und ähnlichem. Sie bevorzugen feuchtere Habitate.

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Wie versprochen stelle ich einen weiteren Falter vom letzten öffentlichen Leuchtabend des Jahres 2015 vor:

Der Federfühler-Herbstspanner Colotois pennaria (LINNAEUS, 1761) trägt seinen deutschen Namen zu Recht. Die an Federn erinnernden Fühler der Männchen sind sensible Riechorgane, mit denen sie die weiblichen Duftstoffe, die Pheromone, wahrnehmen.

Colotois pennaria (LINNAEUS, 1761)W

Die Fühler der Weibchen sind fadenförmig. Beide Geschlechter sind recht stark behaart. Das bietet zum einen einen Kälteschutz, zum anderen gibt es die Theorie, das die Haare einen Teil der Ultraschallwellen der Fledermäuse schlucken und somit einen gewissen Schutz vor diesen Fressfeinden bieten.

Colotois pennaria (LINNAEUS, 1761)M

pennaria

Der Federfühler-Herbstspanner ist recht variabel in der Grundfarbe, die Zeichnung ist aber immer gleich. Die Männchen kommen gerne an den Leuchtturm, die Weibchen sitzen eher in der Vegetation und warten auf die Männchen.

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Momentan fliegt bei uns der Birkenspanner Biston betularia (LINNAEUS, 1758). Es gibt die schwarze Farbvariante und die weiße.

Selten findet man auch mal ein Exemplar, dass beide Farbvarianten vereint, wie hier ein dunkles Tier mit einem weißen Hinterflügel.

Biston betularia

Lange Zeit galt der Birkenspanner als Beispiel für den sogenannten Industriemelanismus. Aktuelle Forschungen belegen, dass die damals durchgeführten Experimente und Schlussfolgerungen so keinen Bestand haben.

Anders als der deutsche Name vermuten lässt, ernähren sich die Raupen nicht ausschließlich von Birke. In Die Schmetterlinge Baden-Württembergs Band 9 – Nachtfalter VII werden sogar 45 Raupennahrungspflanzen genannt.

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Wer gehört eigentlich zu den Kleinschmetterlingen (Mikro) und wer zu den Großschmetterlingen (Makro)? Wenn das so einfach wäre. Eine sehr schöne Erklärung habe ich im Oxford English Dictionary gefunden. Dort heißt es – frei übersetzt – “Makros sind Schmetterlinge, die groß genug sind, um das Interesse eines normalen Sammlers zu wecken. Mikros sind Schmetterlinge, die nur spezialisierte Sammler interessieren.”

Wer es etwas genauer wissen will, dem empfehle ich beim Forschungsinstitut Senckenberg nachzulesen.

Auf dem Foto zu sehen ist der Möndchenflecken-Bindenspanner, auf dem sich die Samenmotte Hofmannophila pseudospretella (STAINTON, 1849) niedergelassen hat.

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