Wenn man genau hinschaut, findet man zwischen all den flügellosen Weibchen des Kleinen Frostspanners auch weitere Arten.

Die Weibchen des Orangegelben Breitflügelspanners Agriopis aurantiaria (HÜBNER, [1799]) haben nur noch sehr rudimentäre Flügelstummel, mit denen sie natürlich nicht mehr fliegen können. Auch der Saugrüssel fehlt, sie können also auch keine Nahrung aufnehmen.

Zur Erhaltung der Art reicht es, wenn ein Männchen die Dame findet und sie befruchtet. Die Herren sind viel leichter nachzuweisen als die Weibchen. Sie kommen regelmäßig ab November bis in den Dezember hinein an’s Licht.

So auch dieses völlig ramponierte Exemplar. Trotz der heftigen Beschädigungen der Flügel durch Dornen, kleine Zweige oder Vogelbisse war es noch voll flugfähig. Für mich immer wieder faszinierend, dass die Tiere damit umgehen können.

Alle Bilder: Birgitt Piepgras

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Foto: Torsten Demuth

 

Am Samstag den 25.08., der Internationalen Fledermausnacht, stand ein öffentlicher Leuchtabend auf dem Energieberg Georgswerder an. Zusammen mit der Stadtreinigung Hamburg, dem Verein Neuntöter – Verein für Forschung und Vielfalt e. V. und dem CeNak waren wir schon vor Sonnenuntergang unterwegs und haben gemeinsam mit ca. 30 Besuchern den Energieberg und das dortige Biodiversitätsmonitoring vorgestellt. Beim Anschließendem Lichtfang waren die gefallenen Temperaturen deutlich zu merken. Bei den 12°C standen nicht nur die Besucher in Schal und Jacken um die Lichtfalle herum, sondern auch die Falter blieben lieber in ihrem Versteck. Trotzdem besuchten uns insgesamt 19 Individuen von zehn verschiedenen Arten.

 


Foto: Birgitt Piepgras

Der erste flatternde Gast war Campaea margaritata (LINNAEUS, 1767) der Perlglanzspanner.


Fotos: Birgitt Piepgras

Später besuchte uns auch Xanthia icteritia (HUFNAGEL, 1766) (Bleich-Gelbeule), eine sehr variable Art, die gerade aufgrund ihrer auffälligen gelben Färbung viel Beachtung fand.

Bereits sechs Tage zuvor waren wir zur Vorbereitung auf dem Energieberg unterwegs, doch zu ganz anderen Bedingungen! So hatten wir zu Beginn dieses Leuchtabends noch gute 25°C, so dass wir am Ende 30 Arten bei 162 Individuen nachweisen konnten.

 


Foto: Birgitt Piepgras

Der Häufigste Gast war hier Xestia c-nigrum (LINNAEUS, 1758), das Schwarze C, das ganze 59 mal an den Leuchtturm flog.

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Endlich werden auch die Nächte wärmer und die typischen Frühlingsfalter sind auf den Flügeln. Einige Vertreter dieser Jahreszeit hatte ich euch schon vorgestellt. Stellvertretend für die so genannten Kätzcheneulen waren das Orthosia cruda ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER] und Orthosia gothica (LINNAEUS, 1758)

Heute schaut euch mal der Pappel-Dickleibspanner Biston strataria (HUFNAGEL, 1767) an.

Auch hier ist der deutsche Name mal wieder irreführend, da die Raupen von Mai bis Juli an verschiedenen Laubbäumen und Gehölzen fressen. Der wissenschaftliche Name leitet sich vom lateinischen Wort stratus ab, und bezieht sich auf die vielen zerstreuten schwarzen Schuppen auf den Flügeln.

Dieses Männchen war sehr zutraulich und lies sich auf meinem Finger nieder. Sehr gut zu sehen sind die stark gefiederten Fühler. Sie bilden eine große Oberfläche, mit denen der Falter die weiblichen Sexuallockstoffe riechen kann.

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Den Sturmvogel Melanthia procellata ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER], 1775) habe ich das erste mal im Mai 2009 in der Liether Kalkgrube gefunden. Er gilt in Schleswig-Holstein als Arealerweiterer.

 

Jetzt, nach 8 Jahren bekam ich das zweite Exemplar dieser Art zu sehen, in meinem Garten! Die Entfernung zur Liether Kalkgrube beträgt ca. 10 km. Clematis vitalba, die gewöhnliche Waldrebe, wächst hier schon seit mehr als 10 Jahren. Die Raupen des Sturmvogels fressen soweit bekannt an dieser Pflanze. Ich werde intensiv danach suchen, versprochen!

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Wieder ein toller Leuchtabend an der Carl Zeiss Vogelstation mit vielen Nachtfaltern
Ein Gastbeitrag von Marco Sommerfeld

Am Mittwoch, den 26.07.2017 luden Birgitt Piepgras und Marco Sommerfeld (NABU Hamburg) zum vierten Mal um 21:45 Uhr zu einem Leuchtabend für Nachtfalter an die Carl Zeiss Vogelstation in die Wedeler Marsch ein. Es kamen 23 sehr interessierte Teilnehmer und erfreuten sich an den vielen schönen Nachtfaltern des Sommers. Birgitt Piepgras erläuterte auf anschauliche Weise und mit tollen Erklärungen die Nachtgestalten, die ansonsten den Naturfreunden eher unbekannt waren und sensibilisierte für deren Schutz.

Häufige Arten wie Hausmutter, Messingeule und Gammaeule waren die ersten Falter, die den sehr interessierten Teilnehmern gezeigt wurden. Insgesamt konnten bis Mitternacht 32 verschiedene Nachfalterarten bestimmt werden. Nach den vielen Regentagen der letzten Wochen war dies der erste Abend mit Windstille und sommerlichen Temperaturen. Die Stimmung unter den Teilnehmern war hervorragend.

Zum Ende der Veranstaltung gab es als Highlight den sehr hübschen Zimtbär, der auch fotografiert wurde. Alle Teilnehmer traten glücklich die Heimreise in der Dunkelheit der Elbmarsch an und freuen sich auf die Leuchtabende im Jahr 2018. Birgitt und Marco vereinbarten bei der Verabschiedung eine Fortsetzung im Sommer 2018.

Ein großer Dank geht auch an Heike und Klaus Fritz, die den Leuchtabend hervorragend durch ihre Hilfe unterstützt haben.

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Heute stelle ich den Schlehenspanner Angerona prunaria (LINNAEUS, 1758) vor. Für mich ist er immer ein besonderer Blickfang am Leuchtturm. Anders als der deutsche Name vermuten lässt, leben die Raupen von den Blättern verschiedener Laubbäume und Sträucher. Ich habe die Falter in den unterschiedlichsten Lebensräumen nachweisen können. Sie fliegen in meinem Garten, an Knicks, aber auch in Mooren wie dem Bokelsesser Moor oder dem Tävsmoor

 

Die Männchen haben eine Spannweite von gut 4 cm und fallen sofort auf, wenn sie so leuchtend orange sind wie dieses hier.

 

Oftmals wird aber die leuchtende Farbe durch mehr oder minder ausgeprägte Brauntöne ersetzt, sogar komplett dunkle Tiere sind nicht selten.

 

Die Färbung der Weibchen ist sehr hell, fast gelblich. Sie sind meist etwas größer als die Männchen.

 

Genau wie bei den Männchen kann die helle Grundfarbe durch dunklere Beschuppung teilweise oder komplett ersetzt werden.

 

Die weiblichen Falter haben fadenförmige Fühler. Sie sind wichtige Tast-und Sinnesorgane.

 

Beim Männchen fallen die kammartigen Fühler auf. Durch diese Struktur wird die Oberfläche vergrößert, der Falter kann besonders gut die weiblichen Sexuallockstoffe wahrnehmen.

 

 

 

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Bei den letzten Leuchtabenden gab es einige Freu-Falter. Warum ich mich über welche Art gefreut habe, zeige und erzähle ich gerne.

Ich beginne mit einem Kleinschmetterling, Ancylis unculana (HAWORTH, [1811])
Der Falter ist extrem flink und hat sich regelmäßig meinen Versuchen entzogen, ihn zu fotografieren. Nun ist es endlich gelungen! Leider fehlt mir die Erfahrung über Lebensweise und Habitatansprüche bei uns im Norden. So bleibt erstmal nur die Freude.

 

Ich hatte auch meine erste Begegnung mit der Erlen-Rindeneule Acronicta alni (LINNAEUS, 1767) Die Raupen dieser Art sind besonders auffällig. Als Jungraupe imitieren sie Vogelkot, als ausgewachsene Raupen ähneln sie einer gelb-schwarzen Ringelsocke mit abstehenden Fäden. Sie ernähren sich von den Blättern vieler Laubbaumarten.

Die Roseneule Thyatira batis (LINNAEUS, 1758) ist ein Freu-Falter für mich, weil ich sie schlicht und einfach schön finde. Ich freue mich jedes Jahr darauf, sie zu sehen. Bei frisch geschlüpften Faltern sind die deutlich erkennbaren Punkte am Rand deutlich rosa gefärbt. Auf Fotos ist das leider oft nicht erkennbar. Die Raupen dieser Art ernähren sich von verschiedenen Rosengewächsen.

 

Das Beste kommt ja bekanntlich zum Schluss. Ganz besonders habe ich mich über den hier im Norden sehr seltenen Kleinen Berberitzenspanner Pareulype berberata ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER], 1775) gefreut. Walter Baltruweit hatte mich schon bei unseren ersten Treffen gebeten, besonders auf diese Art zu achten, als er die damals noch recht zahlreichen Berberitzenhecken in der Nachbarschaft sah. Kaum 10 Jahre später kann ich mich jetzt über diesen Fund freuen!

 

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Trotz immer noch ziemlich kalter Nächte sind endlich die ersten Frühlingsboten auf den Flügeln. Der Frühlings-Kreuzflügel Alsophila aescularia ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER] gehört zur Familie der Spanner. Auffällig ist die für Spanner untypische Flügelhaltung, die sich in dem deutschen Namen widerspiegelt.

Die Weibchen der Art haben keine Flügel. Sie schlüpfen aus ihren Kokons im Erdreich, klettern an Laubgehölzen empor und werden von den Männchen begattet. Die Eier werden spiralförmig um dünne Äste gelegt und anschließend mit Haaren des Hinterleibs bedeckt.

Die Männchen sind tagsüber auf Ästen und Zweigen gut getarnt. Sie haben nur einen rudimentären Saugrüssel, mit dem sie keine Nahrung aufnehmen können. Sind die als Raupe angefressenen Fettreserven verbraucht, stirbt der Falter.

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Das Außengelände des Elbmarschenhauses ist geprägt durch ein großes Feuchtgebiet. Ich stelle einige für diesen Lebensraum typische Arten vor.

Mythimna ferrago (FABRICIUS, 1787) Mythimna impura (HÜBNER, 1808) Mythimna pudorina (DENIS & SCHIFFERMÜLLER, 1775) 28.06.2008

Die Kapuzen-Graseule Mythimna ferrago (FABRICIUS, 1787) ist bei uns häufig. Die Raupen ernähren sich von Gräsern und krautigen Pflanzen. Die Stumpfflügel-Graseule Mythimna impura (HÜBNER, [1808]) ist in Feuchtgebieten ebenfalls häufig zu finden. Die Breitflügel-Graseule Mythimna pudorina ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER], 1775) bevorzugt ebenfalls Feuchtgebiete.

Cidaria fulvata (FORSTER, 1771)

Gelber Rosen-Bindenspanner lautet der deutsche Name von Cidaria fulvata (FORSTER, 1771). Er ist ein typischer Gartenbewohner. Seine Raupen fressen an verschiedenen Rosenarten, auch an Edelrosen. Mir ist jedoch nicht bekannt, dass die Raupen nennenswerte Schäden anrichten.

Pterophorus pentadactyla (LINNAEUS, 1758)

Natürlich stelle ich auch das Federgeistchen vor, dass sich tatsächlich zur Geisterstunde einfand. Für Pterophorus pentadactyla (LINNAEUS, 1758) gibt es keinen deutschen Namen, wie so oft bei den in der Bevölkerung kaum bekannten Kleinschmetterlingen. Die Falter kann man ab der Dämmerung fliegen sehen.

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ein Gastbeitrag von Edelgard Heim, Elbmarschenhaus Haseldorf

Vorher Regen- nachher Wolkenbruch und dazwischen einige trockene Stunden mit milder Temperatur und aktiven Nachtfaltern: so präsentierte sich der Leuchtabend mit der Expertin Birgitt Piepgras im Außengelände des Elbmarschenhauses in Haseldorf am Freitag, den 1. Juli 2016.

Eine Gruppe von 28 Personen wartete geduldig auf den Einbruch der Nacht. „Was treibt sich nachts in unserem Außengelände herum?“ war die Frage. Nun, zuallererst einmal eine Armada von Stechmücken, die von unseren tapferen Abfangjägern, den Schwalben, gejagt wurde. Die Zeit bis zum Eintreffen der Nachtfalter wurde kurzweilig durch die Betrachtung der geschickten Flugmanöver der Schwalben überbrückt.
„Je später der Abend, umso größer die Falter“, fasste eine Teilnehmerin den Abend treffend zusammen. Denn nach kleinen Nachtfaltern wie Rosenspanner und Blattwickler wurden wir von großen Hausmuttern und den spektakulären Nacht-Schwalbenschwänzen besucht. Letztere zeigten sich sehr zutraulich und rissen uns alle zu später Stunde in ihren Bann.

unspecifiedFoto: Meike Zieseke

Als dann kurz vor Mitternacht ein Federgeistchen auftauchte, war es Zeit, das Außengelände zu räumen. Ob zur Geisterstunde noch mehr oder größere Gespenster, womöglich mit SEHR langen Zähnen auftauchen, wollten wir alle gar nicht wissen.

Vielen Dank liebe Frau Piepgras für diesen spannenden Abend mit ganz neuen Erkenntnissen! Die beiden Kinder, die mitgemacht haben, haben mir vorher erzählt, dass sie kürzlich bei einem „total langweiligen“ Vortrag über Wölfe gewesen sind. Ihr Leuchtabend hat offensichtlich für Begeisterung bei der Jugend gesorgt. Alle Falter wurden ausgiebig betrachtet, kommentiert und mit dem Handy fotografiert.

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