Den Sturmvogel Melanthia procellata ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER], 1775) habe ich das erste mal im Mai 2009 in der Liether Kalkgrube gefunden. Er gilt in Schleswig-Holstein als Arealerweiterer.

 

Jetzt, nach 8 Jahren bekam ich das zweite Exemplar dieser Art zu sehen, in meinem Garten! Die Entfernung zur Liether Kalkgrube beträgt ca. 10 km. Clematis vitalba, die gewöhnliche Waldrebe, wächst hier schon seit mehr als 10 Jahren. Die Raupen des Sturmvogels fressen soweit bekannt an dieser Pflanze. Ich werde intensiv danach suchen, versprochen!

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Wieder ein toller Leuchtabend an der Carl Zeiss Vogelstation mit vielen Nachtfaltern
Ein Gastbeitrag von Marco Sommerfeld

Am Mittwoch, den 26.07.2017 luden Birgitt Piepgras und Marco Sommerfeld (NABU Hamburg) zum vierten Mal um 21:45 Uhr zu einem Leuchtabend für Nachtfalter an die Carl Zeiss Vogelstation in die Wedeler Marsch ein. Es kamen 23 sehr interessierte Teilnehmer und erfreuten sich an den vielen schönen Nachtfaltern des Sommers. Birgitt Piepgras erläuterte auf anschauliche Weise und mit tollen Erklärungen die Nachtgestalten, die ansonsten den Naturfreunden eher unbekannt waren und sensibilisierte für deren Schutz.

Häufige Arten wie Hausmutter, Messingeule und Gammaeule waren die ersten Falter, die den sehr interessierten Teilnehmern gezeigt wurden. Insgesamt konnten bis Mitternacht 32 verschiedene Nachfalterarten bestimmt werden. Nach den vielen Regentagen der letzten Wochen war dies der erste Abend mit Windstille und sommerlichen Temperaturen. Die Stimmung unter den Teilnehmern war hervorragend.

Zum Ende der Veranstaltung gab es als Highlight den sehr hübschen Zimtbär, der auch fotografiert wurde. Alle Teilnehmer traten glücklich die Heimreise in der Dunkelheit der Elbmarsch an und freuen sich auf die Leuchtabende im Jahr 2018. Birgitt und Marco vereinbarten bei der Verabschiedung eine Fortsetzung im Sommer 2018.

Ein großer Dank geht auch an Heike und Klaus Fritz, die den Leuchtabend hervorragend durch ihre Hilfe unterstützt haben.

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Heute stelle ich den Schlehenspanner Angerona prunaria (LINNAEUS, 1758) vor. Für mich ist er immer ein besonderer Blickfang am Leuchtturm. Anders als der deutsche Name vermuten lässt, leben die Raupen von den Blättern verschiedener Laubbäume und Sträucher. Ich habe die Falter in den unterschiedlichsten Lebensräumen nachweisen können. Sie fliegen in meinem Garten, an Knicks, aber auch in Mooren wie dem Bokelsesser Moor oder dem Tävsmoor

 

Die Männchen haben eine Spannweite von gut 4 cm und fallen sofort auf, wenn sie so leuchtend orange sind wie dieses hier.

 

Oftmals wird aber die leuchtende Farbe durch mehr oder minder ausgeprägte Brauntöne ersetzt, sogar komplett dunkle Tiere sind nicht selten.

 

Die Färbung der Weibchen ist sehr hell, fast gelblich. Sie sind meist etwas größer als die Männchen.

 

Genau wie bei den Männchen kann die helle Grundfarbe durch dunklere Beschuppung teilweise oder komplett ersetzt werden.

 

Die weiblichen Falter haben fadenförmige Fühler. Sie sind wichtige Tast-und Sinnesorgane.

 

Beim Männchen fallen die kammartigen Fühler auf. Durch diese Struktur wird die Oberfläche vergrößert, der Falter kann besonders gut die weiblichen Sexuallockstoffe wahrnehmen.

 

 

 

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Bei den letzten Leuchtabenden gab es einige Freu-Falter. Warum ich mich über welche Art gefreut habe, zeige und erzähle ich gerne.

Ich beginne mit einem Kleinschmetterling, Ancylis unculana (HAWORTH, [1811])
Der Falter ist extrem flink und hat sich regelmäßig meinen Versuchen entzogen, ihn zu fotografieren. Nun ist es endlich gelungen! Leider fehlt mir die Erfahrung über Lebensweise und Habitatansprüche bei uns im Norden. So bleibt erstmal nur die Freude.

 

Ich hatte auch meine erste Begegnung mit der Erlen-Rindeneule Acronicta alni (LINNAEUS, 1767) Die Raupen dieser Art sind besonders auffällig. Als Jungraupe imitieren sie Vogelkot, als ausgewachsene Raupen ähneln sie einer gelb-schwarzen Ringelsocke mit abstehenden Fäden. Sie ernähren sich von den Blättern vieler Laubbaumarten.

Die Roseneule Thyatira batis (LINNAEUS, 1758) ist ein Freu-Falter für mich, weil ich sie schlicht und einfach schön finde. Ich freue mich jedes Jahr darauf, sie zu sehen. Bei frisch geschlüpften Faltern sind die deutlich erkennbaren Punkte am Rand deutlich rosa gefärbt. Auf Fotos ist das leider oft nicht erkennbar. Die Raupen dieser Art ernähren sich von verschiedenen Rosengewächsen.

 

Das Beste kommt ja bekanntlich zum Schluss. Ganz besonders habe ich mich über den hier im Norden sehr seltenen Kleinen Berberitzenspanner Pareulype berberata ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER], 1775) gefreut. Walter Baltruweit hatte mich schon bei unseren ersten Treffen gebeten, besonders auf diese Art zu achten, als er die damals noch recht zahlreichen Berberitzenhecken in der Nachbarschaft sah. Kaum 10 Jahre später kann ich mich jetzt über diesen Fund freuen!

 

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Trotz immer noch ziemlich kalter Nächte sind endlich die ersten Frühlingsboten auf den Flügeln. Der Frühlings-Kreuzflügel Alsophila aescularia ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER] gehört zur Familie der Spanner. Auffällig ist die für Spanner untypische Flügelhaltung, die sich in dem deutschen Namen widerspiegelt.

Die Weibchen der Art haben keine Flügel. Sie schlüpfen aus ihren Kokons im Erdreich, klettern an Laubgehölzen empor und werden von den Männchen begattet. Die Eier werden spiralförmig um dünne Äste gelegt und anschließend mit Haaren des Hinterleibs bedeckt.

Die Männchen sind tagsüber auf Ästen und Zweigen gut getarnt. Sie haben nur einen rudimentären Saugrüssel, mit dem sie keine Nahrung aufnehmen können. Sind die als Raupe angefressenen Fettreserven verbraucht, stirbt der Falter.

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Das Außengelände des Elbmarschenhauses ist geprägt durch ein großes Feuchtgebiet. Ich stelle einige für diesen Lebensraum typische Arten vor.

Mythimna ferrago (FABRICIUS, 1787) Mythimna impura (HÜBNER, 1808) Mythimna pudorina (DENIS & SCHIFFERMÜLLER, 1775) 28.06.2008

Die Kapuzen-Graseule Mythimna ferrago (FABRICIUS, 1787) ist bei uns häufig. Die Raupen ernähren sich von Gräsern und krautigen Pflanzen. Die Stumpfflügel-Graseule Mythimna impura (HÜBNER, [1808]) ist in Feuchtgebieten ebenfalls häufig zu finden. Die Breitflügel-Graseule Mythimna pudorina ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER], 1775) bevorzugt ebenfalls Feuchtgebiete.

Cidaria fulvata (FORSTER, 1771)

Gelber Rosen-Bindenspanner lautet der deutsche Name von Cidaria fulvata (FORSTER, 1771). Er ist ein typischer Gartenbewohner. Seine Raupen fressen an verschiedenen Rosenarten, auch an Edelrosen. Mir ist jedoch nicht bekannt, dass die Raupen nennenswerte Schäden anrichten.

Pterophorus pentadactyla (LINNAEUS, 1758)

Natürlich stelle ich auch das Federgeistchen vor, dass sich tatsächlich zur Geisterstunde einfand. Für Pterophorus pentadactyla (LINNAEUS, 1758) gibt es keinen deutschen Namen, wie so oft bei den in der Bevölkerung kaum bekannten Kleinschmetterlingen. Die Falter kann man ab der Dämmerung fliegen sehen.

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ein Gastbeitrag von Edelgard Heim, Elbmarschenhaus Haseldorf

Vorher Regen- nachher Wolkenbruch und dazwischen einige trockene Stunden mit milder Temperatur und aktiven Nachtfaltern: so präsentierte sich der Leuchtabend mit der Expertin Birgitt Piepgras im Außengelände des Elbmarschenhauses in Haseldorf am Freitag, den 1. Juli 2016.

Eine Gruppe von 28 Personen wartete geduldig auf den Einbruch der Nacht. „Was treibt sich nachts in unserem Außengelände herum?“ war die Frage. Nun, zuallererst einmal eine Armada von Stechmücken, die von unseren tapferen Abfangjägern, den Schwalben, gejagt wurde. Die Zeit bis zum Eintreffen der Nachtfalter wurde kurzweilig durch die Betrachtung der geschickten Flugmanöver der Schwalben überbrückt.
„Je später der Abend, umso größer die Falter“, fasste eine Teilnehmerin den Abend treffend zusammen. Denn nach kleinen Nachtfaltern wie Rosenspanner und Blattwickler wurden wir von großen Hausmuttern und den spektakulären Nacht-Schwalbenschwänzen besucht. Letztere zeigten sich sehr zutraulich und rissen uns alle zu später Stunde in ihren Bann.

unspecifiedFoto: Meike Zieseke

Als dann kurz vor Mitternacht ein Federgeistchen auftauchte, war es Zeit, das Außengelände zu räumen. Ob zur Geisterstunde noch mehr oder größere Gespenster, womöglich mit SEHR langen Zähnen auftauchen, wollten wir alle gar nicht wissen.

Vielen Dank liebe Frau Piepgras für diesen spannenden Abend mit ganz neuen Erkenntnissen! Die beiden Kinder, die mitgemacht haben, haben mir vorher erzählt, dass sie kürzlich bei einem „total langweiligen“ Vortrag über Wölfe gewesen sind. Ihr Leuchtabend hat offensichtlich für Begeisterung bei der Jugend gesorgt. Alle Falter wurden ausgiebig betrachtet, kommentiert und mit dem Handy fotografiert.

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Wie versprochen, stelle ich Euch noch ein paar Falter vom öffentlichen Leuchtabend am 11.06.2016 im Liether Moor vor.

Chloroclysta truncata (HUFNAGEL, 1767) Chloroclysta truncata (HUFNAGEL, 1767)1Chloroclysta truncata (HUFNAGEL, 1767)2

Den Anfang macht der Möndchenflecken-Bindenspanner Dysstroma truncata (HUFNAGEL, 1767) Diese Art ist sehr variabel in der Färbung des Mittelfeldes. Weiß, schwarz, braun und alle möglichen Übergänge sind möglich. Die Art fliegt in zwei Generationen und überwintert als Raupe.

Axylia putris (LINNAEUS, 1761) Axylia putris Raupe

Die Putris-Erdeule Axylia putris (LINNAEUS, 1761) wird in manchen Gegenden auch Moderholz genannt. Auch wenn ich kein Fan deutscher Namen bin, scheint der doch ganz passend. Der Falter sieht tatsächlich wie ein Stück Totholz aus.

Vor einigen Jahren gelang mir ein Foto der Raupe, die aktiv an einer toten Schwebfliege frisst. Das die Raupen auch tierisches Eiweiß nicht verschmähen wurde zuvor noch nicht dokumentiert und fand Eingang in den Feldführer Die Nachtfalter Deutschlands

Lomaspilis marginata (LINNAEUS, 1758) Lomaspilis marginata (LINNAEUS, 1758)1

Zum Schluss rufe ich Euch noch den Vogelschmeiß-Spanner oder auch Schwarzrand-Harlekin Lomaspilis marginata (LINNAEUS, 1758) in Erinnerung, den ich schon einmal am 13.06.2015 vorgestellt hatte.

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ein Gastbeitrag von Johannes Simon-Kutscher

Birgitt Piepgras und der Betreuungsverein Liether Moor e. V. luden zu einem Leuchtabend am 11.06.2016 um 22:30 Uhr im Liether Moor ein. Der Leuchtturm war auf einer Terrasse neben dem Wirtschaftsgebäude an der Hofstelle Liether Moor 11 aufgebaut, zugleich Sitz des Betreuungsvereins. Wir saßen wie auf dem Campingplatz auf einer überdachten Terrasse, der Leuchtturm am Rande derselben. Dieser profan anmutende Aufbau sollte sich als vorteilhaft erweisen. Genau für diesen Abend hatte sich ein leichter, aber anhaltender Regen eingestellt.
Es waren nur wenig Teilnehmer erschienen, möglicherweise wegen der EM. Aus Sicht der Veranstalter vielleicht enttäuschend, aber für die wenigen Teilnehmer eher gut. So hatten wir alle Platz, wobei noch die Hälfte der Terrasse für anfliegende Falter frei gehalten werden musste, die dann auch tatsächlich kamen.
Der Anflug von Nachtfaltern wurde wegen des Regens (aber ohne Wind) als unterdurchschnittlich bezeichnet, aber für uns war es ganz ordentlich. Wir sind gerade eben mit dem Aufschreiben nachgekommen. Nebenbei durfte ich so viel ich mochte in dem Bestimmungsbuch von Frau Piepgras blättern. Fotografiert wurde dann auch, selbstverständlich ohne auf die am Boden sitzenden Falter zu treten.
Wir haben verschiedene Eulen; Spanner und andere gesehen. Besonders auffällig waren z. B. der Achat-Eulenspinner Habrosyne pyritoides (HUFNAGEL, 1766), die elegante Meldeneule Trachea atriplicis (LINNAEUS, 1758) oder der breitflügeliger Fleckleibbär Spilosoma lubricipeda (LINNAEUS, 1758)

Hypomecis punctinalis P1020483-1

Es sind mehrere Aschgraue Rindenspanner Hypomecis punctinalis (SCOPOLI, 1763) und mindestens ein Großer Rindenspanner (Hypomecis roboraria) angeflogen.

Pustelspanner P1020482
Sehr dekorativ auch der Pustelspanner Comibaena bajularia ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER], 1775)

Und der häufige und auffällige Schwarzrand-Harlekin Lomaspilis marginata (LINNAEUS, 1758)

Kurz bevor um 1:00 Uhr das Leuchten beendet werden sollte, flog dann ein Abendpfauenauge (Smerinthus ocellata) heran. Ein großer Falter, der wegen der auffälligen Flügelform bereits in Ruhestellung beeindruckt. Bei Reizung zeigt er dann die Hinterflügel mit den Augen. Ein toller Abschluss.
Für uns drei Hamburger hat sich der Ausflug in das nächtliche Liether Moor gelohnt. Vielen Dank!

Alle Fotos im Beitrag von Johannes Simon-Kutscher, das Titelbild (Abenpfauenauge) von Birgitt Piepgras

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Nachdem Monika Lohmann in ihrem Gastbeitrag schon einen Eindruck vom öffentlichen Leuchtabend vermittelt hat, zeige ich euch nun noch ein paar Falter, die wir an diesem Abend sehen konnten.

Itame brunneata (THUNBERG, 1784)

Wir haben am Rande des eigentlichen Moores geleuchtet. Mit dem Waldmoorspanner Macaria brunneata (THUNBERG, 1784) konnten wir eine Art beobachten, die bei uns im Kreis in den Mooren regelmäßig zu finden ist. Die Art gehört zur Familie der Spanner.

Plagodis dolabraria (LINNAEUS, 1767)

Zur gleichen Familie gehört der Hobelspanner Plagodis dolabraria (LINNAEUS, 1767). Er ähnelt tatsächlich einem abgehobelten Holzspan, so das der deutsche Name sogar schlüssig ist. Die Raupen dieser Art fressen an verschiedenen Laubhölzern.

Falcaria lacertinaria (LINNAEUS, 1758)

Der Birken-Sichelflügler Falcaria lacertinaria (LINNAEUS, 1758) sieht schon etwas ungewöhnlich aus. Klickt doch mal auf den link, dort findet ihr auch Fotos der noch viel skurrileren Raupe. Ich habe sie leider noch nicht selbst gefunden.

Moma alpium (OSBECK, 1778)

Die Seladoneule Moma alpium (OSBECK, 1778) wird in Schleswig-Holstein auf der Roten Liste mit einer 3 geführt, das bedeutet sie ist gefährdet. Im Bokelseßer Moor finde ich sie seit dem Jahr 2010 zum Glück regelmäßig.

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