ein Gastbeitrag von Marco Sommerfeld

Ein fantastischer Leuchtabend an der Carl Zeiss Vogelstation mit tollen Überraschungen

Am Mittwoch, den 8.6.2016 luden Birgitt Piepgras und ich, Marco Sommerfeld (NABU Hamburg) zum dritten Mal um 22:30 Uhr zu einem Leuchtabend für Nachfalter an die Carl Zeiss Vogelstation in die Wedeler Marsch ein. Trotz eines Mittwochs Abend zu später Stunde kamen 17 Teilnehmer und erfreuten sich an den vielen bunten Nachtfaltern. Birgitt erläuterte auf anschauliche Weise und mit tollen Erklärungen die Nachtgestalten, die ansonsten den Naturfreunden eher unbekannt waren und sensibilisierte für deren Schutz. Häufige Arten wie Messingeule und Gammaeule waren die ersten Falter, die den sehr interessierten Teilnehmern gezeigt werden konnten. Insgesamt konnten in knapp 1,5 Stunden 23 verschiedene Nachtfalter bestimmt werden. Zum Ende der Veranstaltung gab es als Highlight den sehr hübschen Mittleren Weinschwärmer und einen Weidenbohrer.
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Foto: Thomas Hempelmann

Alle Teilnehmer traten glücklich die Heimreise in der Dunkelheit der Elbmarsch an, die untermalt war mit den peitschenden Rufen eines Tüpfelsumpfhuhns und dem Gequake von unzähligen Wasserfröschen. Birgitt und ich werden eventuell im September spontan einen weiteren Leuchtabend verabreden, da das Interesse an den Faltern wieder großartig war.

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Nachdem Monika Lohmann in ihrem Gastbeitrag schon einen Eindruck vom öffentlichen Leuchtabend vermittelt hat, zeige ich euch nun noch ein paar Falter, die wir an diesem Abend sehen konnten.

Itame brunneata (THUNBERG, 1784)

Wir haben am Rande des eigentlichen Moores geleuchtet. Mit dem Waldmoorspanner Macaria brunneata (THUNBERG, 1784) konnten wir eine Art beobachten, die bei uns im Kreis in den Mooren regelmäßig zu finden ist. Die Art gehört zur Familie der Spanner.

Plagodis dolabraria (LINNAEUS, 1767)

Zur gleichen Familie gehört der Hobelspanner Plagodis dolabraria (LINNAEUS, 1767). Er ähnelt tatsächlich einem abgehobelten Holzspan, so das der deutsche Name sogar schlüssig ist. Die Raupen dieser Art fressen an verschiedenen Laubhölzern.

Falcaria lacertinaria (LINNAEUS, 1758)

Der Birken-Sichelflügler Falcaria lacertinaria (LINNAEUS, 1758) sieht schon etwas ungewöhnlich aus. Klickt doch mal auf den link, dort findet ihr auch Fotos der noch viel skurrileren Raupe. Ich habe sie leider noch nicht selbst gefunden.

Moma alpium (OSBECK, 1778)

Die Seladoneule Moma alpium (OSBECK, 1778) wird in Schleswig-Holstein auf der Roten Liste mit einer 3 geführt, das bedeutet sie ist gefährdet. Im Bokelseßer Moor finde ich sie seit dem Jahr 2010 zum Glück regelmäßig.

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ein Gastbeitrag von Monika Lohmann

Am 3. Juni veranstaltete Birgitt Piepgras einen öffentlichen Leuchtabend im Rahmen der Europäischen Nachtfalter-Nächte am Rande des Bokelsesser Moores. Ein wunderbarer warmer Abend ohne Mondschein versprach einen Guten Anflug. Und wir wurden nicht enttäuscht.

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Schon nach kurzer Zeit flogen die ersten bunten Falter an die Leuchtanlage. Zur näheren Betrachtung wurden die kleinen Tierchen in transparente Döschen gesperrt. Die Neulinge bei der Veranstaltung und die „alten Hasen“ waren gleichermaßen begeistert.

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Birgitt erzählte viel Wissenswertes über die schönen Insekten und zu ihrer Arbeit. Nebenbei notierte sie natürlich alle anfliegenden Arten in ihrem Buch. Das war der ein Teil der wissenschaftlichen Arbeit des Abends.

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Von manchen schönen Exemplaren mochten die Teilnehmer sich kaum trennen. Später wurden alle Falter wieder freigelassen. Da hatte ich Gelegenheit einige Fotos zu machen, da die Schmetterlinge sich zunächst irgendwo niederließen.

Erst nach Mitternacht fuhren die meisten nach Hause. Bis zu diesem Zeitpunkt kamen 50 verschiedene Nachtfalter-Arten an die Leuchtanlage. Es war ein schöner und interessanter Abend.
d.

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Beim letzten Leuchtabend hatten wir wirklich Glück, es flogen fast alle der bunten Herbstarten an. Eine davon war die Violett-Gelbeule Xanthia togata (ESPER, [1788]).

Xanthia togata (ESPER, 1788)1

Auffallend ist die an das bunte Herbstlaub angepasste Färbung und Zeichnung, die die Tiere tagsüber fast unsichtbar macht.

Die Eier werden von den Weibchen bevorzugt an Weiden abgelegt. Die im Frühjahr schlüpfenden Jungraupen bohren sich in Weidenkätzchen ein. Wenn diese verblüht sind und zu Boden fallen, fressen die Raupen hauptsächlich an krautigen Pflanzen.

Die Violett-Gelbeule ist bei uns häufig und lässt sich gut durch Lichtfang nachweisen.

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Der Erlen-Zackenrandspanner Ennomos alniaria (LINNAEUS, 1758) ist ebenfalls ein typischer Herbstfalter. Er hat eine ebenso dichte Behaarung, wie der Ferderfühler-Herbstspanner.

Ennomos alniaria (LINNAEUS, 1758)W

Sehr gut zu erkennen ist die Rüsselscheide, die allerdings leer ist. Der Rüssel ist gar nicht mehr angelegt, da die Falter keinerlei Nahrung zu sich nehmen. Sie leben von ihren Fettreserven, die sie sich als Raupe angefressen haben. Sind diese verbraucht, sterben die Tiere. Auch bei dieser Spannerart haben die Weibchen fadenförmige Fühler, die Männchen gefiederte.

Ennomos alniaria (LINNAEUS, 1758)E

Die Weibchen legen grüne rechteckige Eier, die überwintern. Die Raupen fressen an den Blättern vieler Laubbaumarten wie Pappel, Erle, Weide und ähnlichem. Sie bevorzugen feuchtere Habitate.

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Wie versprochen stelle ich einen weiteren Falter vom letzten öffentlichen Leuchtabend des Jahres 2015 vor:

Der Federfühler-Herbstspanner Colotois pennaria (LINNAEUS, 1761) trägt seinen deutschen Namen zu Recht. Die an Federn erinnernden Fühler der Männchen sind sensible Riechorgane, mit denen sie die weiblichen Duftstoffe, die Pheromone, wahrnehmen.

Colotois pennaria (LINNAEUS, 1761)W

Die Fühler der Weibchen sind fadenförmig. Beide Geschlechter sind recht stark behaart. Das bietet zum einen einen Kälteschutz, zum anderen gibt es die Theorie, das die Haare einen Teil der Ultraschallwellen der Fledermäuse schlucken und somit einen gewissen Schutz vor diesen Fressfeinden bieten.

Colotois pennaria (LINNAEUS, 1761)M

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Der Federfühler-Herbstspanner ist recht variabel in der Grundfarbe, die Zeichnung ist aber immer gleich. Die Männchen kommen gerne an den Leuchtturm, die Weibchen sitzen eher in der Vegetation und warten auf die Männchen.

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Der letzte öffentliche Leuchtabend des Jahres 2015 war ein voller Erfolg. Bei sehr guten Bedingungen konnten wir viele der typischen Herbstarten sehen. In den nächsten Tagen werde ich einige davon vorstellen.

Den Anfang macht der Blaukopf Diloba caeruleocephala (LINNAEUS, 1758) Er wird in Schleswig-Holstein nur noch selten nachgewiesen, um so erfreulicher sind die regelmäßigen Funde im Bokelsesser Moor.

Die Raupen fressen an den Blättern diverser Laubholzarten wie Weide, Pappel, Pflaume, Haselnuss und weitere.

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Bei uns in Mitteleuropa überwintert der Blaukopf als Ei. Wenn im Frühjahr die Knospen treiben, schlüpfen die Jungraupen und fressen daran, später dann an den Unterseiten von frischen Blättern. Erst die größeren Raupen fressen das ganze Blatt.

Diloba caeruleocephala (LINNAEUS, 1758)E

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Am Samstag, den 03.10.2015 ab 19:00 Uhr habt ihr für dieses Jahr die letzte Gelegenheit Nachtfalter live zu erleben. Auch diesmal bin ich wieder am Schafstall im Klein Offenseth – Bokelsesser Moor.

Ihr fahrt von der Kreuzung Groß Offenseth auf der L113 Richtung Horst, nach 2,25 km rechts ab, 1,64 km auf der Spurstraße Richtung Landgasthof Bokelseß.

Im Rahmen der Europäischen Nachtfalternächte veranstalte ich einen öffentlichen Leuchtabend am Moorrand. Der Betreuungsverein Offensether- und Bokelseßer Moor e. V. und der NABU Barmstedt unterstützen diese Veranstaltung.

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Nachtfalter live erleben!

Zur 875-Jahr-Feier der Stadt Barmstedt wollten wir, der NABU Barmstedt etwas für Kinder anbieten und konnten Birgitt Piepgras für zwei Veranstaltungen im Rahmen unseres Jahres-Programmes gewinnen.
Insgesamt kamen knapp über 30 Teilnehmer zum zweiten Termin, dem Leuchtabend für Kinder. Und vor allem die 16 Kinder konnten es kaum erwarten, bis es dunkel wurde und die Lampe eingeschaltet wurde. Viele waren zum Thema Nachtfalter schon gut informiert, weil sie am vorhergehenden Informationsabend „Auch Nachtfalter sind bunt“ teilgenommen hatten. Nun wurden schon speziellere Fragen gestellt. Zum Beispiel, ob es weniger Nachtfalter gäbe als früher. Die Teilnehmer erfuhren auch, dass die ausgebrachten Duftköder aus einer Mischung von reifer Banane, Pflaumenmus und Alkohol bestehen, auf die Nachtfalter gerne fliegen. Diese mit Reflektoren markierten Duftköder wurden von den Kindern mehrmals nach Faltern abgesucht, während die Erwachsenen vorwiegend am Leuchtgerät, dass mit seinem Licht nachtaktive Insekten anlockt, nach Faltern Ausschau hielten. Die anfliegenden Falter wurden vorübergehend in kleine durchsichtige Dosen eingesperrt. Jedes Kind hatte seine Taschenlampe dabei. So konnten die Tierchen in Ruhe betrachtet werden, die so ungewöhnliche Namen tragen wie Hausmutter, Nesselschnabeleule oder Achateule. Die auf der Leinwand im Humburg-Haus so groß erscheinenden Falter sind in Wirklichkeit sehr klein. Das genaue Betrachten aus nächster Nähe mit der Taschenlampe begeisterte aber alle. Live ist eben live.

Monika Lohmann vom NABU Barmstedt

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Am kommenden Freitag können mir vor allem Kinder bei meiner nächtlichen Arbeit über die Schulter schauen.
Ab 19:00 Uhr bin ich am Schafstall, einer großen Hütte des Moorvereins im Klein Offensether Moor.

Treffpunkt: Schafstall oder um 18:30 Uhr für Fahrgemeinschaften: Parkplatz Rantzau an der Wassermühle

Die Wetteraussichten sind gar nicht mal so schlecht, es könnten also viele Arten anfliegen. Gerade im Herbst ist die Chance auf farbenfrohe Falter besonders groß.

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