ein Gastbeitrag von Johannes Simon-Kutscher

Birgitt Piepgras und der Betreuungsverein Liether Moor e. V. luden zu einem Leuchtabend am 11.06.2016 um 22:30 Uhr im Liether Moor ein. Der Leuchtturm war auf einer Terrasse neben dem Wirtschaftsgebäude an der Hofstelle Liether Moor 11 aufgebaut, zugleich Sitz des Betreuungsvereins. Wir saßen wie auf dem Campingplatz auf einer überdachten Terrasse, der Leuchtturm am Rande derselben. Dieser profan anmutende Aufbau sollte sich als vorteilhaft erweisen. Genau für diesen Abend hatte sich ein leichter, aber anhaltender Regen eingestellt.
Es waren nur wenig Teilnehmer erschienen, möglicherweise wegen der EM. Aus Sicht der Veranstalter vielleicht enttäuschend, aber für die wenigen Teilnehmer eher gut. So hatten wir alle Platz, wobei noch die Hälfte der Terrasse für anfliegende Falter frei gehalten werden musste, die dann auch tatsächlich kamen.
Der Anflug von Nachtfaltern wurde wegen des Regens (aber ohne Wind) als unterdurchschnittlich bezeichnet, aber für uns war es ganz ordentlich. Wir sind gerade eben mit dem Aufschreiben nachgekommen. Nebenbei durfte ich so viel ich mochte in dem Bestimmungsbuch von Frau Piepgras blättern. Fotografiert wurde dann auch, selbstverständlich ohne auf die am Boden sitzenden Falter zu treten.
Wir haben verschiedene Eulen; Spanner und andere gesehen. Besonders auffällig waren z. B. der Achat-Eulenspinner Habrosyne pyritoides (HUFNAGEL, 1766), die elegante Meldeneule Trachea atriplicis (LINNAEUS, 1758) oder der breitflügeliger Fleckleibbär Spilosoma lubricipeda (LINNAEUS, 1758)

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Es sind mehrere Aschgraue Rindenspanner Hypomecis punctinalis (SCOPOLI, 1763) und mindestens ein Großer Rindenspanner (Hypomecis roboraria) angeflogen.

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Sehr dekorativ auch der Pustelspanner Comibaena bajularia ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER], 1775)

Und der häufige und auffällige Schwarzrand-Harlekin Lomaspilis marginata (LINNAEUS, 1758)

Kurz bevor um 1:00 Uhr das Leuchten beendet werden sollte, flog dann ein Abendpfauenauge (Smerinthus ocellata) heran. Ein großer Falter, der wegen der auffälligen Flügelform bereits in Ruhestellung beeindruckt. Bei Reizung zeigt er dann die Hinterflügel mit den Augen. Ein toller Abschluss.
Für uns drei Hamburger hat sich der Ausflug in das nächtliche Liether Moor gelohnt. Vielen Dank!

Alle Fotos im Beitrag von Johannes Simon-Kutscher, das Titelbild (Abenpfauenauge) von Birgitt Piepgras

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Der Mittlere Weinschwärmer Deilephila elpenor (LINNAEUS, 1758) und der Weidenbohrer Cossus cossus (LINNAEUS, 1758) wurden ja schon im Bild gezeigt. Hier also noch einige weitere spannende Falter.

Trachea atriplicis (LINNAEUS, 1758)

Die Raupen der Meldeneule Trachea atriplicis (LINNAEUS, 1758) fressen nicht ausschließlich an Melde, wie der deutsche Name vermuten lässt. Auch Ampfer, Winden, Knöterichgewächse und Gänsefußarten gehören dazu. Der Falter ist durch seine Färbung tagsüber perfekt getarnt. Die Grün- und Brauntöne verschwimmen im Sonnenlicht und lassen ihn auf entsprechendem Untergrund fast unsichtbar werden.

Triodia sylvina (LINNAEUS, 1761)

Der Ampfer-Wurzelbohrer Triodia sylvina (LINNAEUS, 1761) findet rund um die Station einen absolut geeigneten Lebensraum. Die Raupen fressen nicht nur an der Wurzeln von Ampfer, sondern auch an denen von Wegereich, beides ist in der Umgebung reichlich vorhanden.

Triodia sylvina (LINNAEUS, 1761)S

Natur bedeutet auch, fressen und gefressen werden. Hier hat sich ein Ampfer-Wurzelbohrer im Netz einer Spinne verfangen. Bevor die Spinne in den Genuss ihrer Mahlzeit kam, hatte sich eine Skorpionsfliege aber schon darüber hergemacht. Nachtfalter sind wie alle Insekten ein wichtiges Glied in der Nahrungskette. Eine Vielzahl von Tieren ist darauf angewiesen, dass sie diese Nahrung in ausreichender Zahl finden.

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ein Gastbeitrag von Marco Sommerfeld

Ein fantastischer Leuchtabend an der Carl Zeiss Vogelstation mit tollen Überraschungen

Am Mittwoch, den 8.6.2016 luden Birgitt Piepgras und ich, Marco Sommerfeld (NABU Hamburg) zum dritten Mal um 22:30 Uhr zu einem Leuchtabend für Nachfalter an die Carl Zeiss Vogelstation in die Wedeler Marsch ein. Trotz eines Mittwochs Abend zu später Stunde kamen 17 Teilnehmer und erfreuten sich an den vielen bunten Nachtfaltern. Birgitt erläuterte auf anschauliche Weise und mit tollen Erklärungen die Nachtgestalten, die ansonsten den Naturfreunden eher unbekannt waren und sensibilisierte für deren Schutz. Häufige Arten wie Messingeule und Gammaeule waren die ersten Falter, die den sehr interessierten Teilnehmern gezeigt werden konnten. Insgesamt konnten in knapp 1,5 Stunden 23 verschiedene Nachtfalter bestimmt werden. Zum Ende der Veranstaltung gab es als Highlight den sehr hübschen Mittleren Weinschwärmer und einen Weidenbohrer.
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Foto: Thomas Hempelmann

Alle Teilnehmer traten glücklich die Heimreise in der Dunkelheit der Elbmarsch an, die untermalt war mit den peitschenden Rufen eines Tüpfelsumpfhuhns und dem Gequake von unzähligen Wasserfröschen. Birgitt und ich werden eventuell im September spontan einen weiteren Leuchtabend verabreden, da das Interesse an den Faltern wieder großartig war.

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Nachdem Monika Lohmann in ihrem Gastbeitrag schon einen Eindruck vom öffentlichen Leuchtabend vermittelt hat, zeige ich euch nun noch ein paar Falter, die wir an diesem Abend sehen konnten.

Itame brunneata (THUNBERG, 1784)

Wir haben am Rande des eigentlichen Moores geleuchtet. Mit dem Waldmoorspanner Macaria brunneata (THUNBERG, 1784) konnten wir eine Art beobachten, die bei uns im Kreis in den Mooren regelmäßig zu finden ist. Die Art gehört zur Familie der Spanner.

Plagodis dolabraria (LINNAEUS, 1767)

Zur gleichen Familie gehört der Hobelspanner Plagodis dolabraria (LINNAEUS, 1767). Er ähnelt tatsächlich einem abgehobelten Holzspan, so das der deutsche Name sogar schlüssig ist. Die Raupen dieser Art fressen an verschiedenen Laubhölzern.

Falcaria lacertinaria (LINNAEUS, 1758)

Der Birken-Sichelflügler Falcaria lacertinaria (LINNAEUS, 1758) sieht schon etwas ungewöhnlich aus. Klickt doch mal auf den link, dort findet ihr auch Fotos der noch viel skurrileren Raupe. Ich habe sie leider noch nicht selbst gefunden.

Moma alpium (OSBECK, 1778)

Die Seladoneule Moma alpium (OSBECK, 1778) wird in Schleswig-Holstein auf der Roten Liste mit einer 3 geführt, das bedeutet sie ist gefährdet. Im Bokelseßer Moor finde ich sie seit dem Jahr 2010 zum Glück regelmäßig.

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ein Gastbeitrag von Monika Lohmann

Am 3. Juni veranstaltete Birgitt Piepgras einen öffentlichen Leuchtabend im Rahmen der Europäischen Nachtfalter-Nächte am Rande des Bokelsesser Moores. Ein wunderbarer warmer Abend ohne Mondschein versprach einen Guten Anflug. Und wir wurden nicht enttäuscht.

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Schon nach kurzer Zeit flogen die ersten bunten Falter an die Leuchtanlage. Zur näheren Betrachtung wurden die kleinen Tierchen in transparente Döschen gesperrt. Die Neulinge bei der Veranstaltung und die „alten Hasen“ waren gleichermaßen begeistert.

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Birgitt erzählte viel Wissenswertes über die schönen Insekten und zu ihrer Arbeit. Nebenbei notierte sie natürlich alle anfliegenden Arten in ihrem Buch. Das war der ein Teil der wissenschaftlichen Arbeit des Abends.

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Von manchen schönen Exemplaren mochten die Teilnehmer sich kaum trennen. Später wurden alle Falter wieder freigelassen. Da hatte ich Gelegenheit einige Fotos zu machen, da die Schmetterlinge sich zunächst irgendwo niederließen.

Erst nach Mitternacht fuhren die meisten nach Hause. Bis zu diesem Zeitpunkt kamen 50 verschiedene Nachtfalter-Arten an die Leuchtanlage. Es war ein schöner und interessanter Abend.
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Beim letzten Leuchtabend hatten wir wirklich Glück, es flogen fast alle der bunten Herbstarten an. Eine davon war die Violett-Gelbeule Xanthia togata (ESPER, [1788]).

Xanthia togata (ESPER, 1788)1

Auffallend ist die an das bunte Herbstlaub angepasste Färbung und Zeichnung, die die Tiere tagsüber fast unsichtbar macht.

Die Eier werden von den Weibchen bevorzugt an Weiden abgelegt. Die im Frühjahr schlüpfenden Jungraupen bohren sich in Weidenkätzchen ein. Wenn diese verblüht sind und zu Boden fallen, fressen die Raupen hauptsächlich an krautigen Pflanzen.

Die Violett-Gelbeule ist bei uns häufig und lässt sich gut durch Lichtfang nachweisen.

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Der Erlen-Zackenrandspanner Ennomos alniaria (LINNAEUS, 1758) ist ebenfalls ein typischer Herbstfalter. Er hat eine ebenso dichte Behaarung, wie der Ferderfühler-Herbstspanner.

Ennomos alniaria (LINNAEUS, 1758)W

Sehr gut zu erkennen ist die Rüsselscheide, die allerdings leer ist. Der Rüssel ist gar nicht mehr angelegt, da die Falter keinerlei Nahrung zu sich nehmen. Sie leben von ihren Fettreserven, die sie sich als Raupe angefressen haben. Sind diese verbraucht, sterben die Tiere. Auch bei dieser Spannerart haben die Weibchen fadenförmige Fühler, die Männchen gefiederte.

Ennomos alniaria (LINNAEUS, 1758)E

Die Weibchen legen grüne rechteckige Eier, die überwintern. Die Raupen fressen an den Blättern vieler Laubbaumarten wie Pappel, Erle, Weide und ähnlichem. Sie bevorzugen feuchtere Habitate.

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Wie versprochen stelle ich einen weiteren Falter vom letzten öffentlichen Leuchtabend des Jahres 2015 vor:

Der Federfühler-Herbstspanner Colotois pennaria (LINNAEUS, 1761) trägt seinen deutschen Namen zu Recht. Die an Federn erinnernden Fühler der Männchen sind sensible Riechorgane, mit denen sie die weiblichen Duftstoffe, die Pheromone, wahrnehmen.

Colotois pennaria (LINNAEUS, 1761)W

Die Fühler der Weibchen sind fadenförmig. Beide Geschlechter sind recht stark behaart. Das bietet zum einen einen Kälteschutz, zum anderen gibt es die Theorie, das die Haare einen Teil der Ultraschallwellen der Fledermäuse schlucken und somit einen gewissen Schutz vor diesen Fressfeinden bieten.

Colotois pennaria (LINNAEUS, 1761)M

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Der Federfühler-Herbstspanner ist recht variabel in der Grundfarbe, die Zeichnung ist aber immer gleich. Die Männchen kommen gerne an den Leuchtturm, die Weibchen sitzen eher in der Vegetation und warten auf die Männchen.

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Der letzte öffentliche Leuchtabend des Jahres 2015 war ein voller Erfolg. Bei sehr guten Bedingungen konnten wir viele der typischen Herbstarten sehen. In den nächsten Tagen werde ich einige davon vorstellen.

Den Anfang macht der Blaukopf Diloba caeruleocephala (LINNAEUS, 1758) Er wird in Schleswig-Holstein nur noch selten nachgewiesen, um so erfreulicher sind die regelmäßigen Funde im Bokelsesser Moor.

Die Raupen fressen an den Blättern diverser Laubholzarten wie Weide, Pappel, Pflaume, Haselnuss und weitere.

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Bei uns in Mitteleuropa überwintert der Blaukopf als Ei. Wenn im Frühjahr die Knospen treiben, schlüpfen die Jungraupen und fressen daran, später dann an den Unterseiten von frischen Blättern. Erst die größeren Raupen fressen das ganze Blatt.

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Am Samstag, den 03.10.2015 ab 19:00 Uhr habt ihr für dieses Jahr die letzte Gelegenheit Nachtfalter live zu erleben. Auch diesmal bin ich wieder am Schafstall im Klein Offenseth – Bokelsesser Moor.

Ihr fahrt von der Kreuzung Groß Offenseth auf der L113 Richtung Horst, nach 2,25 km rechts ab, 1,64 km auf der Spurstraße Richtung Landgasthof Bokelseß.

Im Rahmen der Europäischen Nachtfalternächte veranstalte ich einen öffentlichen Leuchtabend am Moorrand. Der Betreuungsverein Offensether- und Bokelseßer Moor e. V. und der NABU Barmstedt unterstützen diese Veranstaltung.

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