Vor einigen Tagen bekam ich einige Fotos eines Wicklers zugeschickt, den Falter konnte ich als Mittelmeer-Nelkenwickler Cacoecimorpha pronubana (HÜBNER, [1799]) bestimmen. Geschlüpft war das Tier in der Wohnung, eingeschleppt mit einer Zierpflanze.

Erstaunlicherweise habe ich diese Art über mehrere Jahre sogar im Freiland, in meinem Garten nachweisen können. Im Dezember 2006 seilten sich bei gerade mal +2° C einige kleine Raupen vor meinem Wohnzimmerfenster ab. Natürlich musste ich herausfinden, wo sie her kamen.

Nach längerer Suche entdeckte ich mehrere zusammengesponnene Rosenblätter, in denen ich nach vorsichtigem Öffnen weitere Raupen fand. Diese habe ich durchgezüchtet, um herauszufinden, um welche Art es sich handelt. Überraschenderweise war es der Nelkenwickler, von dem angenommen wurde, dass er im Freiland in Norddeutschland nicht überwintern kann. Seitdem habe ich die Art jedes Jahr in meinem Garten finden können. Der bisher letzte Nachweis gelang mir 2015. Sogar im Tävsmoor und im Bokelsesser Moor kamen diese Wickler ans Licht. Das Nahrungsspektrum der Raupen ist extrem vielfältig, bei mir im Garten waren es Rose, Lavendel, Knöterich, Kletterhortensie und Nelke. Es sind aber zahlreiche weitere Raupennahrungspflanzen bekannt

Die Art kann in Gewächshäusern oder an Innenraumbegrünungen erheblichen Schaden anrichten. Unter den dort vorherrschen Bedingungen sind bis zu 5 Falter-Generationen im Jahr möglich, die dann auch für zahlreiche hungrige Raupen sorgen.

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