Foto: Torsten Demuth

 

Am Samstag den 25.08., der Internationalen Fledermausnacht, stand ein öffentlicher Leuchtabend auf dem Energieberg Georgswerder an. Zusammen mit der Stadtreinigung Hamburg, dem Verein Neuntöter – Verein für Forschung und Vielfalt e. V. und dem CeNak waren wir schon vor Sonnenuntergang unterwegs und haben gemeinsam mit ca. 30 Besuchern den Energieberg und das dortige Biodiversitätsmonitoring vorgestellt. Beim Anschließendem Lichtfang waren die gefallenen Temperaturen deutlich zu merken. Bei den 12°C standen nicht nur die Besucher in Schal und Jacken um die Lichtfalle herum, sondern auch die Falter blieben lieber in ihrem Versteck. Trotzdem besuchten uns insgesamt 19 Individuen von zehn verschiedenen Arten.

 


Foto: Birgitt Piepgras

Der erste flatternde Gast war Campaea margaritata (LINNAEUS, 1767) der Perlglanzspanner.


Fotos: Birgitt Piepgras

Später besuchte uns auch Xanthia icteritia (HUFNAGEL, 1766) (Bleich-Gelbeule), eine sehr variable Art, die gerade aufgrund ihrer auffälligen gelben Färbung viel Beachtung fand.

Bereits sechs Tage zuvor waren wir zur Vorbereitung auf dem Energieberg unterwegs, doch zu ganz anderen Bedingungen! So hatten wir zu Beginn dieses Leuchtabends noch gute 25°C, so dass wir am Ende 30 Arten bei 162 Individuen nachweisen konnten.

 


Foto: Birgitt Piepgras

Der Häufigste Gast war hier Xestia c-nigrum (LINNAEUS, 1758), das Schwarze C, das ganze 59 mal an den Leuchtturm flog.

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Heute stelle ich eine ganz besondere Art vor, den Schlehen-Bürstenspinner Orgyia antiqua (LINNAEUS, 1758). Es ist die erste Art, die ich 2004 gezüchtet habe.

Die Weibchen sind nicht nur flügellos, sie besitzen auch keinen Saugrüssel und können daher auch keine Nahrung aufnehmen.

Nach dem Schlupf werden sie häufig noch direkt auf dem Kokon vom Männchen begattet.

Nach der Paarung werden auch die Eier oft gleich auf dem Kokon abgelegt. “Mein” Weibchen lebte 14 Tage und brachte es in der Zeit auf fast 400! Eine enorme Leistung wenn man bedenkt, das dem Tier nur die als Raupe angefressenen Energiereserven zur Verfügung steht.

Die Raupen sind stark behaart und haben auffällige Büschel auf dem Rücken, die ihnen auch den deutschen Namen “Bürstenspinner” verlieh. Eine dichte Behaarung tragen auch die Jungraupen, um dem Wind eine bessere Angriffsfläche zu bieten. Sie lassen sich nämlich an einem eigens gesponnenen Faden vom Kokon herunter sinken. Der Wind verdriftet sie dann zu Bäumen und Sträuchern, deren Blätter sie fressen.

 

Alle Bilder: Birgitt Piepgras

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