Im Herbst kann man noch viele bunte Nachtfalter beobachten. Viele haben sich der farbenfrohen Färbung der Blätter angepasst. Ein Beispiel dafür ist Xanthia togata (ESPER, [1788]), die ich in einem früheren Beitrag schon vorgestellt habe.

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Die Achateule Phlogophora meticulosa (LINNAEUS, 1758) fliegt im Herbst schon in zweiter Generation. Diese Art überwintert als Raupe. Selbst bei wenigen Grad über Null kann man die Raupen fressend an krautigen Pflanzen beobachten.

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Dies ist ein Eigelege vom Zimtbären Phragmatobia fuliginosa (LINNAEUS, 1758) . Man kann es an krautigen Pflanzen finden, aber auch an Brombeeren und weiteren Pflanzen.

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Aus den Eiern schlüpfen die sogenannten Eiraupen, deren erste Nahrung ihre Eihülle ist.

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Erst bei älteren Raupen erkennt man die dichte Behaarung, die an ein Bärenfell erinnert. Sie ist auch namensgebend für die Familie der Bärenspinner.

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Hier habe ich den Falter in untypischer Haltung fotografieren können. Man erkennt gut den rötlichen Körper des Tieres. Eine Warnung an alle Fressfeinde: ich bin ungenießbar.

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Besonders gefreut hat mich die Linden-Gelbeule Tiliacea citrago (LINNAEUS, 1758) . Es ist mein erster Nachweis, seit ich mich mit Nachtfaltern beschäftige. Das sind immerhin schon 10 Jahre. Die Art steht in Schleswig-Holstein auf der Vorwarnliste.

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Ein Gastbeitrag von Marco Sommerfeld

Am Mittwoch, den21.09.2016 luden Birgitt Piepgras und ich, Marco Sommerfeld (NABU Hamburg) zum dritten Mal um 20:00 Uhr zu einem Leuchtabend für Nachfalter an die Carl Zeiss Vogelstation in die Wedeler Marsch ein. Es kamen 15 Teilnehmer und erfreuten sich an den vielen bunten Nachtfaltern des Herbstes. Birgitt Piepgras erläuterte auf anschauliche Weise und mit tollen Erklärungen die Nachtgestalten, die ansonsten dem Naturfreunden eher unbekannt waren und sensibilisierte für deren Schutz.

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Häufige Arten wie Messingeule und Gammaeule waren die ersten Falter, die den sehr interessierten Teilnehmern gezeigt wurden. Insgesamt konnten in knapp zwei Stunden zwölf verschiedene Nachfalterarten und ein großer Kolbenwasserkäfer bestimmt werden. Es war für die Jahreszeit typisch, dass nur wenige Falter von dem Leuchtmittel angezogen wurden, aber fast jeder angeflogene Falter war eine neue Art.

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Zum Ende der Veranstaltung gab es als Highlight den sehr hübschen Zimtbär, der auch fotografiert wurde. Zudem wurde eine Linden-Gelbeule bestimmt, die für die Marsch doch eher ungewöhnlich war, da es in unmittelbarer Nähe kaum Linden gibt. Die vielen Fledermäuse, die über unseren Köpfen permanent nach Nahrung jagten, rundeten diesen schönen lauen Herbstabend ab. Alle Teilnehmer traten glücklich die Heimreise in der Dunkelheit der Elbmarsch an und freuen sich auf die Fortsetzung der Leuchtabende im Jahr 2017.

Alle Fotos:Thomas Dröse

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