Beim gestrigen öffentlichen Leuchtabend gab es ordentlich etwas zu sehen, 51 Arten kamen an das Licht! Für Mitte Mai eine erfreulich hohe Anzahl, verglichen mit den Ergebnissen anderer Leuchtabende um diese Jahreszeit. Die eine oder andere Art hat es aber nicht bis an den Leuchtturm geschafft, die Zwergfledermäuse waren in dieser Nacht auch sehr aktiv.

Mit 26 Exemplaren war der Streckfuss Calliteara pudibunda (LINNAEUS, 1758) die am häufigsten vertretene Art. Woher er seinen deutschen Namen hat, lässt sich gut erkennen. In Ruhehaltung streckt er seine langen Vorderbeine weit nach vorne. Calliteara-pudibunda gehört zu den Trägspinnern, die eine Unterfamilie der Eulenfalter sind.

Die Raupen haben deutlich sichtbar ein kleines rotes “Schwänzchen”, dem die Art auch den zweiten deutschen Namen “Rotschwanz” zu verdanken hat. Sie fressen an vielen Laubbäumen und Gehölzen.

Besondere Ansprüche an den Lebensraum scheint der Streckfuss nicht zu stellen. Ich habe ihn in in Gärten, in Mooren, Parks und an Waldrändern gefunden.

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Bei dem gestrigen Leuchtabend kam auch der Weiße Zahnspinner Leucodonta bicoloria ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER] an den Leuchtturm. Ich weise die Art regelmäßig an vielen Standorten nach. Sie fliegt sowohl in meinem Garten, als auch unter anderem im Tävsmoor, in der Liether Kalkgrube und im Bokelsesser Moor. Da wir heute Abend dort einen öffentlichen Leuchtabend veranstalten, ist die Chance den wunderschönen Falter live zu sehen besonders groß!

Neben der besonders kontrastreichen Zeichnung fallen die stark behaarten Beine auf. Es gibt eine Theorie die behauptet, das die Haare an Beinen, Kopf und Thorax einen gewissen Schutz vor Fledermäusen bietet, da sie die Ortung erschweren.

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Endlich werden auch die Nächte wärmer und die typischen Frühlingsfalter sind auf den Flügeln. Einige Vertreter dieser Jahreszeit hatte ich euch schon vorgestellt. Stellvertretend für die so genannten Kätzcheneulen waren das Orthosia cruda ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER] und Orthosia gothica (LINNAEUS, 1758)

Heute schaut euch mal der Pappel-Dickleibspanner Biston strataria (HUFNAGEL, 1767) an.

Auch hier ist der deutsche Name mal wieder irreführend, da die Raupen von Mai bis Juli an verschiedenen Laubbäumen und Gehölzen fressen. Der wissenschaftliche Name leitet sich vom lateinischen Wort stratus ab, und bezieht sich auf die vielen zerstreuten schwarzen Schuppen auf den Flügeln.

Dieses Männchen war sehr zutraulich und lies sich auf meinem Finger nieder. Sehr gut zu sehen sind die stark gefiederten Fühler. Sie bilden eine große Oberfläche, mit denen der Falter die weiblichen Sexuallockstoffe riechen kann.

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ist endlich meine neue “Rucksack” Leuchtanlage fertig geworden! Ich hatte mir schon lange gewünscht, alles Material einfach in einem Rucksack verstauen zu können um es auch über längere Strecken zu transportieren.

Mit der LepiLED als extrem leichtes Leuchtmittel habe ich das jetzt realisiert.

Was die Lampe für mich besonders attraktiv macht, ist die Stromversorgung über eine Powerbank. Die wiegt gerade mal 460g! Bisher kannte ich nur geeignete Lichtquellen, die mit einem Generator (vollgetankt ca. 17kg) oder mit Auto- oder Motorradbatterien (mindestens 2kg) betrieben werden mussten.

Als Gerüst für die Leuchtanlage habe ich mich für ein Fotostativ mit einer Tragkraft von 4kg entschieden. Es hat ein Packmaß von 50cm, lässt sich aber auf eine Höhe von 1,80m ausziehen. Durch die Alu-Bauweise ist es zudem ein Leichtgewicht, dass aber ausreichend Stabilität bietet.

Als Bespannung verwende ich ein handelsübliches Moskitonetz für Kinderbetten. Es lässt sich einfach über das Stativ legen. Durch den integrierten “Ring” sorgt es für den nötigen Abstand zur Lampe, die im oberen verjüngten Teil des Stativs hängt.

So sieht die Rucksack-Leuchtanlage dann im Betrieb aus. Natürlich ist sie deutlich anfälliger für Wind und kann auch meine “große” Leuchtanlage nicht ersetzen. Aber eine gute Ergänzung sollte sie schon sein. Morgen wird sie das erste Mal getestet, wenn der Wetterbericht hält was er verspricht.

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Das wünsche ich allen Lepifreunden von Herzen.

Wie immer gilt mein besonderer Dank den fleißigen Helfern, die unsere öffentlichen Leuchtabende erst möglich gemacht haben. Ihr seid toll! Die ersten Termine für das kommende Jahr stehen schon fest und ich weiß, dass ich wieder auf euch zählen kann.

Ich freue mich schon sehr auf die kommende Saison (mit hoffentlich mehr Faltern als in 2017), auf spannende Nächte, tolle Begegnungen und viele Wiedersehen!

Eure Birgitt

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Gestern war ich im Wald, um nach den kleinen Frostspannern zu sehen. Sie flogen zahlreich, aber nicht in Massen. Da ich über diese zierlichen Spanner schon berichtet habe, stelle ich heute eine andere “Winterart” vor, die Satellit-Wintereule Eupsilia transversa (HUFNAGEL, 1766)

Die Art ist recht variabel in Färbung und Zeichnung, kann aber sicher an den Ringmakeln erkannt werden, die von 2 kleinen “Satelliten” begleitet werden. Diese können weiß oder orange sein, auch beide Farben kommen gleichzeitig vor. Bei dem rechten Falter kann man das gut erkennen. Das orange Ringmakel wird von je einem weißen und einem orangen Satelliten begleitet. Die Satellit-Wintereule fliegt in etwas milderen Nächten den ganzen Winter über. Wenn es sehr kalt ist, legt sie eine Winterpause ein.

Die Raupen ernähren sich hauptsächlich von den Blättern verschiedener Bäume und Büsche. Manchmal greifen sie aber auch andere Raupen an und saugen diese aus. Daher werden sie auch als Mordraupen bezeichnet.

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Die letzten Nächte waren für einen Oktober ungewöhnlich warm. Eine gute Gelegenheit, nochmal Nachtfalter zu kartieren.

An verschiedenen Stellen konnte ich Agrotis ipsilon (HUFNAGEL, 1766) – die Ypsiloneule beobachten. Sie ist ein Wanderfalter, der über die Alpen nach Mitteleuropa einfliegt.




Bei uns vermehren sich die Falter und bilden dabei mehrere Generationen aus. Ihre Raupen gehören zu den so genannten Erdraupen, da sie unterirdisch an den Wurzeln und Knollen vieler Wildpflanzen fressen. Sie sind daher auf lockere, sandige Böden angewiesen, die sie z.B. in der Bokeler Heide vorfinden.



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Der Radiosender Deutschlandfunk hat mich bei einem öffentlichen Leuchtabend begleitet. Ihr könnt den Beitrag hier hören.

Das Bild zeigt die dort erwähnte Agapeta hamana (LINNAEUS, 1758) Ihre Raupen leben unterirdisch und fressen an den Wurzeln verschiedener Distel-Arten.

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Ganz frisch, also erst vor kurzem aus der Puppe gekrochen und eine Erstbegegnung – und damit ganz neu für mich – ist die Kiefernsaateule Agrotis vestigialis (HUFNAGEL, 1766)

Auf einer Trockenrasenfläche kamen diverse Exemplare an’s Licht. Auf solche sandigen Böden ist diese Art angewiesen. Ihre Raupen sind so genannte Erdraupen, die sich in den Boden eingraben und sich von den Wurzeln verschiedener Pflanzen ernähren. Gerne werden dabei die junger Kiefern befressen, was in entsprechenden Schonungen auch mal Schaden anrichten kann.

 

 

Das Titelbild zeigt ein Männchen mit den leicht gezähnten Fühlern. Sie vergrößern die Oberfläche dieses wichtigen Sinnesorgans, mit dem die Falter vor allem die weiblichen Sexuallockstoffe wahrnehmen. Hier ist ein Weibchen zu sehen, erkennbar an den fadenförmigen Fühlern.

 

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Den Sturmvogel Melanthia procellata ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER], 1775) habe ich das erste mal im Mai 2009 in der Liether Kalkgrube gefunden. Er gilt in Schleswig-Holstein als Arealerweiterer.

 

Jetzt, nach 8 Jahren bekam ich das zweite Exemplar dieser Art zu sehen, in meinem Garten! Die Entfernung zur Liether Kalkgrube beträgt ca. 10 km. Clematis vitalba, die gewöhnliche Waldrebe, wächst hier schon seit mehr als 10 Jahren. Die Raupen des Sturmvogels fressen soweit bekannt an dieser Pflanze. Ich werde intensiv danach suchen, versprochen!

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