Heute stelle ich eine ganz besondere Art vor, den Schlehen-Bürstenspinner Orgyia antiqua (LINNAEUS, 1758). Es ist die erste Art, die ich 2004 gezüchtet habe.

Die Weibchen sind nicht nur flügellos, sie besitzen auch keinen Saugrüssel und können daher auch keine Nahrung aufnehmen.

Nach dem Schlupf werden sie häufig noch direkt auf dem Kokon vom Männchen begattet.

Nach der Paarung werden auch die Eier oft gleich auf dem Kokon abgelegt. “Mein” Weibchen lebte 14 Tage und brachte es in der Zeit auf fast 400! Eine enorme Leistung wenn man bedenkt, das dem Tier nur die als Raupe angefressenen Energiereserven zur Verfügung steht.

Die Raupen sind stark behaart und haben auffällige Büschel auf dem Rücken, die ihnen auch den deutschen Namen “Bürstenspinner” verlieh. Eine dichte Behaarung tragen auch die Jungraupen, um dem Wind eine bessere Angriffsfläche zu bieten. Sie lassen sich nämlich an einem eigens gesponnenen Faden vom Kokon herunter sinken. Der Wind verdriftet sie dann zu Bäumen und Sträuchern, deren Blätter sie fressen.

 

Alle Bilder: Birgitt Piepgras

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Autoren: Birgitt und Timo

Zum 5. Mal in Folge wurde wieder an der Carl Zeiss Vogelstation geleuchtet. Im Vergleich zu den Vorjahren sind in diesem Jahr die Bedingungen aber deutlich trockener und wärmer – also besser? Oder doch nur anders schlecht? Diese Frage stellten sich neben den Veranstaltenden (Birgitt Piepgras und Marco Sommerfeld) noch 26 Weitere Personen.

„Der geringe Niederschlag führt zu weniger gut verwertbarer Nahrung für die Raupen und das schlägt sich in sogenannten Hungerformen nieder“ so Piepgras. Dies wurde auch gleich gezeigt anhand einer angeflogenen Gamma Eule, die lediglich halb so groß war wie normal.

Weitere 34 Arten konnten nachgewiesen werden. Darunter – wie in jedem Jahr – der Hopfen-Wurzelbohrer Hepialus humuli (LINNAEUS, 1758) Diesmal ließ sich die Dame sogar bei der Eiablage beobachten!

Die Schwertlilieneule Celaena leucostigma (HÜBNER, [1803-1808]) ist auf Feuchtgebiete wie die an der Vogelstation angewiesen.

Ziel war zum 5. Jahrestag auch Beziehungen in der Natur aufzuzeigen. So war nicht nur von Interesse welche Arten im umliegendem Habitat der Süßwassermarschen vorkommen, sondern auch woran die Raupen der Nachtfalter fressen, oder von wem sie gefressen werden.

Sonogramm und Spektogramm einer Breitflügelfledermaus

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Ruf einer Breitflügelfledermaus

Mittels Bat-Detektor konnten an diesem Abend nur wenige Fledermäuse nachgewiesen werden, trotzdem war allen Teilnehmern klar, dass die Nachtfalter eine der wichtigsten Nahrungsquellen für die Jäger der Nacht darstellen.

Sehr gelungen war die aktive Mitarbeit der Gäste und die vielen Fragen die mitunter nicht bis zur Erschöpfung beantwortet werden konnten.

Und wie wird es weitergehen? Birgitt und Marco vereinbarten bei der Verabschiedung eine Fortsetzung im Sommer 2019. Eine Kooperation mit Perspektive!

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Mitten in der Hauptsaison komme ich leider nicht so oft dazu, hier Falter vorzustellen. Den Ringelspinner Malacosoma neustria (LINNAEUS, 1758) möchte ich euch aber nicht vorenthalten. Der deutsche Name ist entstanden, da die Weibchen ihre Eier ringelförmig um Äste von Laubbäumen oder Sträuchern legen.

Die auffälligen Raupen waren früher gefürchtete Schädlingen vor allem in Obstplantagen. Heutzutage ist die Populationsdichte viel zu gering. Häufig wird ein Befall gar nicht wahrgenommen, obwohl die Raupen in Gruppen fressen und sich innerhalb eines Gespinstes häuten.

Vor der Verpuppung spinnt sich die Raupe einen weißen Kokon, der an manchen Stellen deutlich gelb schimmert.

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Das Tagpfauenauge kennt fast jeder aufmerksame Naturbeobachter. Nur wenige haben jedoch das Nachts fliegende Abendpfauenauge Smerinthus ocellata (LINNAEUS, 1758) zu Gesicht bekommen, dass ihm in Schönheit um nichts nachsteht.

Die Falter besitzen keinen Saugrüssel, da sie keine Nahrung zu sich nehmen. Sie leben von den Fettreserven, die sie sich als Raupe angefressen haben. Sie gehören zur Familie der Schwärmer. Der Familienname drückt aus, dass die Tiere ausschwärmen und weite Flüge unternehmen. Das verbraucht Energie, daher leben Abendpfauenaugen abhängig von Witterungsbedingungen (Wind, Kälte, Regen usw.) wenige Tage bis Wochen.

Werden die Falter gestört, reißen sie ruckartig ihre Vorderflügel auseinander. Dadurch werden die eindrucksvollen “Augen” sichtbar. Sie sollen Fressfeinden ein deutlich größeres Tier vorgaukeln.

Die Raupen haben wie alle Schwärmerraupen am hinteren Ende ein Hörnchen. Die Raupe kann damit nicht stechen, es dient hauptsächlich als Hindernis beim abschlucken durch Fressfeinde. Verschiedene Weidenarten sind die Hauptnahrungspflanzen der Raupen.

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Beim gestrigen öffentlichen Leuchtabend gab es ordentlich etwas zu sehen, 51 Arten kamen an das Licht! Für Mitte Mai eine erfreulich hohe Anzahl, verglichen mit den Ergebnissen anderer Leuchtabende um diese Jahreszeit. Die eine oder andere Art hat es aber nicht bis an den Leuchtturm geschafft, die Zwergfledermäuse waren in dieser Nacht auch sehr aktiv.

Mit 26 Exemplaren war der Streckfuss Calliteara pudibunda (LINNAEUS, 1758) die am häufigsten vertretene Art. Woher er seinen deutschen Namen hat, lässt sich gut erkennen. In Ruhehaltung streckt er seine langen Vorderbeine weit nach vorne. Calliteara-pudibunda gehört zu den Trägspinnern, die eine Unterfamilie der Eulenfalter sind.

Die Raupen haben deutlich sichtbar ein kleines rotes “Schwänzchen”, dem die Art auch den zweiten deutschen Namen “Rotschwanz” zu verdanken hat. Sie fressen an vielen Laubbäumen und Gehölzen.

Besondere Ansprüche an den Lebensraum scheint der Streckfuss nicht zu stellen. Ich habe ihn in in Gärten, in Mooren, Parks und an Waldrändern gefunden.

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Bei dem gestrigen Leuchtabend kam auch der Weiße Zahnspinner Leucodonta bicoloria ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER] an den Leuchtturm. Ich weise die Art regelmäßig an vielen Standorten nach. Sie fliegt sowohl in meinem Garten, als auch unter anderem im Tävsmoor, in der Liether Kalkgrube und im Bokelsesser Moor. Da wir heute Abend dort einen öffentlichen Leuchtabend veranstalten, ist die Chance den wunderschönen Falter live zu sehen besonders groß!

Neben der besonders kontrastreichen Zeichnung fallen die stark behaarten Beine auf. Es gibt eine Theorie die behauptet, das die Haare an Beinen, Kopf und Thorax einen gewissen Schutz vor Fledermäusen bietet, da sie die Ortung erschweren.

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Endlich werden auch die Nächte wärmer und die typischen Frühlingsfalter sind auf den Flügeln. Einige Vertreter dieser Jahreszeit hatte ich euch schon vorgestellt. Stellvertretend für die so genannten Kätzcheneulen waren das Orthosia cruda ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER] und Orthosia gothica (LINNAEUS, 1758)

Heute schaut euch mal der Pappel-Dickleibspanner Biston strataria (HUFNAGEL, 1767) an.

Auch hier ist der deutsche Name mal wieder irreführend, da die Raupen von Mai bis Juli an verschiedenen Laubbäumen und Gehölzen fressen. Der wissenschaftliche Name leitet sich vom lateinischen Wort stratus ab, und bezieht sich auf die vielen zerstreuten schwarzen Schuppen auf den Flügeln.

Dieses Männchen war sehr zutraulich und lies sich auf meinem Finger nieder. Sehr gut zu sehen sind die stark gefiederten Fühler. Sie bilden eine große Oberfläche, mit denen der Falter die weiblichen Sexuallockstoffe riechen kann.

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ist endlich meine neue “Rucksack” Leuchtanlage fertig geworden! Ich hatte mir schon lange gewünscht, alles Material einfach in einem Rucksack verstauen zu können um es auch über längere Strecken zu transportieren.

Mit der LepiLED als extrem leichtes Leuchtmittel habe ich das jetzt realisiert.

Was die Lampe für mich besonders attraktiv macht, ist die Stromversorgung über eine Powerbank. Die wiegt gerade mal 460g! Bisher kannte ich nur geeignete Lichtquellen, die mit einem Generator (vollgetankt ca. 17kg) oder mit Auto- oder Motorradbatterien (mindestens 2kg) betrieben werden mussten.

Als Gerüst für die Leuchtanlage habe ich mich für ein Fotostativ mit einer Tragkraft von 4kg entschieden. Es hat ein Packmaß von 50cm, lässt sich aber auf eine Höhe von 1,80m ausziehen. Durch die Alu-Bauweise ist es zudem ein Leichtgewicht, dass aber ausreichend Stabilität bietet.

Als Bespannung verwende ich ein handelsübliches Moskitonetz für Kinderbetten. Es lässt sich einfach über das Stativ legen. Durch den integrierten “Ring” sorgt es für den nötigen Abstand zur Lampe, die im oberen verjüngten Teil des Stativs hängt.

So sieht die Rucksack-Leuchtanlage dann im Betrieb aus. Natürlich ist sie deutlich anfälliger für Wind und kann auch meine “große” Leuchtanlage nicht ersetzen. Aber eine gute Ergänzung sollte sie schon sein. Morgen wird sie das erste Mal getestet, wenn der Wetterbericht hält was er verspricht.

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Das wünsche ich allen Lepifreunden von Herzen.

Wie immer gilt mein besonderer Dank den fleißigen Helfern, die unsere öffentlichen Leuchtabende erst möglich gemacht haben. Ihr seid toll! Die ersten Termine für das kommende Jahr stehen schon fest und ich weiß, dass ich wieder auf euch zählen kann.

Ich freue mich schon sehr auf die kommende Saison (mit hoffentlich mehr Faltern als in 2017), auf spannende Nächte, tolle Begegnungen und viele Wiedersehen!

Eure Birgitt

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Gestern war ich im Wald, um nach den kleinen Frostspannern zu sehen. Sie flogen zahlreich, aber nicht in Massen. Da ich über diese zierlichen Spanner schon berichtet habe, stelle ich heute eine andere “Winterart” vor, die Satellit-Wintereule Eupsilia transversa (HUFNAGEL, 1766)

Die Art ist recht variabel in Färbung und Zeichnung, kann aber sicher an den Ringmakeln erkannt werden, die von 2 kleinen “Satelliten” begleitet werden. Diese können weiß oder orange sein, auch beide Farben kommen gleichzeitig vor. Bei dem rechten Falter kann man das gut erkennen. Das orange Ringmakel wird von je einem weißen und einem orangen Satelliten begleitet. Die Satellit-Wintereule fliegt in etwas milderen Nächten den ganzen Winter über. Wenn es sehr kalt ist, legt sie eine Winterpause ein.

Die Raupen ernähren sich hauptsächlich von den Blättern verschiedener Bäume und Büsche. Manchmal greifen sie aber auch andere Raupen an und saugen diese aus. Daher werden sie auch als Mordraupen bezeichnet.

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