Wenn man genau hinschaut, findet man zwischen all den flügellosen Weibchen des Kleinen Frostspanners auch weitere Arten.

Die Weibchen des Orangegelben Breitflügelspanners Agriopis aurantiaria (HÜBNER, [1799]) haben nur noch sehr rudimentäre Flügelstummel, mit denen sie natürlich nicht mehr fliegen können. Auch der Saugrüssel fehlt, sie können also auch keine Nahrung aufnehmen.

Zur Erhaltung der Art reicht es, wenn ein Männchen die Dame findet und sie befruchtet. Die Herren sind viel leichter nachzuweisen als die Weibchen. Sie kommen regelmäßig ab November bis in den Dezember hinein an’s Licht.

So auch dieses völlig ramponierte Exemplar. Trotz der heftigen Beschädigungen der Flügel durch Dornen, kleine Zweige oder Vogelbisse war es noch voll flugfähig. Für mich immer wieder faszinierend, dass die Tiere damit umgehen können.

Alle Bilder: Birgitt Piepgras

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Das ungewöhnlich warme Wetter lud ja förmlich dazu ein, nochmal in verschiedenen Habitaten zu leuchten. Wir waren überrascht wie viele Arten noch auf den Flügeln waren. Über 30 an jedem der drei Leuchtabende in dieser Woche!

Der im Titel gezeigte Pustelspanner Comibaena bajularia ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER], 1775) fliegt normalerweise im Juni/Juli.

Der Wanderzünsler Nomophila noctuella ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER], 1775) ist in Europa und Asien häufig anzutreffen. Er bevorzugt warme, krautige und trockene Habitate. Diese Bedingungen werden in der Bokeler Heide erfüllt.

Auf die Grüne Eicheneule Dichonia aprilina (LINNAEUS, 1758) freue ich mich jedes Jahr. Mich fasziniert, wie perfekt ihre Färbung an die mit Moosen und Flechten bewachsene Baumrinde angepasst ist. Nachtfalter müssen sich ja in einer tagsüber bunten Welt verstecken. Wir haben sie diese Woche wieder sowohl in der Bokeler Heide, als auch im Bokelsesser Moor und in meinem Garten in Sibirien nachgewiesen. Sie kommt aber auch an vielen weiteren Standorten vor.

Absolutes Highlight war einmal wieder der Blaukopf Diloba caeruleocephala (LINNAEUS, 1758) der in Schleswig-Holstein leider selten geworden ist. Um so erfreulicher ihn auch in diesem Jahr wieder nachweisen zu können. Mehr als 10 Exemplare flogen an. Ich habe die Art schon einmal vorgestellt, hier nachzulesen.

Auch mehrere Fledermausarten waren noch aktiv. Zwerg- Rauhautfledermäuse und Große Abendsegler.
Hier das Spektrogramm, Sonogramm und der Ruf zweier Großer Abendsegler, die über einer Wiese jagen. Die Frequenzen verschieben sich leicht, damit die Tiere sich nicht gegenseitig stören.

Alle Bilder: Birgitt Piepgras

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Der ockergelbe Blattspanner fliegt jetzt in 2. Generation. Die Art gehört zu den tagaktiven Nachtfaltern. Sie lässt sich leicht aufscheuchen, fliegt dann ein paar Meter und setzt sich meist an einer Blattunterseite wieder ab.

Die Falter sind extrem variabel gefärbt, aber an den beiden charakteristischen Linien gut zu erkennen. Sie stellen keine besonderen Ansprüche an ihr Habitat. Ich habe sie sowohl an Moorrändern, auf sandigen Heideflächen, aber auch Parks und Gärten gefunden.



Sonogramm, Spektrogramm und Ruf aufgenommen mit Echo Meter Touch 2 Pro

Begleitet wurden wir beim gestrigen Leuchtabend von Zwergfledermäusen, die ganz in der Nähe jagten.

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Foto: Torsten Demuth

 

Am Samstag den 25.08., der Internationalen Fledermausnacht, stand ein öffentlicher Leuchtabend auf dem Energieberg Georgswerder an. Zusammen mit der Stadtreinigung Hamburg, dem Verein Neuntöter – Verein für Forschung und Vielfalt e. V. und dem CeNak waren wir schon vor Sonnenuntergang unterwegs und haben gemeinsam mit ca. 30 Besuchern den Energieberg und das dortige Biodiversitätsmonitoring vorgestellt. Beim Anschließendem Lichtfang waren die gefallenen Temperaturen deutlich zu merken. Bei den 12°C standen nicht nur die Besucher in Schal und Jacken um die Lichtfalle herum, sondern auch die Falter blieben lieber in ihrem Versteck. Trotzdem besuchten uns insgesamt 19 Individuen von zehn verschiedenen Arten.

 


Foto: Birgitt Piepgras

Der erste flatternde Gast war Campaea margaritata (LINNAEUS, 1767) der Perlglanzspanner.


Fotos: Birgitt Piepgras

Später besuchte uns auch Xanthia icteritia (HUFNAGEL, 1766) (Bleich-Gelbeule), eine sehr variable Art, die gerade aufgrund ihrer auffälligen gelben Färbung viel Beachtung fand.

Bereits sechs Tage zuvor waren wir zur Vorbereitung auf dem Energieberg unterwegs, doch zu ganz anderen Bedingungen! So hatten wir zu Beginn dieses Leuchtabends noch gute 25°C, so dass wir am Ende 30 Arten bei 162 Individuen nachweisen konnten.

 


Foto: Birgitt Piepgras

Der Häufigste Gast war hier Xestia c-nigrum (LINNAEUS, 1758), das Schwarze C, das ganze 59 mal an den Leuchtturm flog.

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Heute stelle ich eine ganz besondere Art vor, den Schlehen-Bürstenspinner Orgyia antiqua (LINNAEUS, 1758). Es ist die erste Art, die ich 2004 gezüchtet habe.

Die Weibchen sind nicht nur flügellos, sie besitzen auch keinen Saugrüssel und können daher auch keine Nahrung aufnehmen.

Nach dem Schlupf werden sie häufig noch direkt auf dem Kokon vom Männchen begattet.

Nach der Paarung werden auch die Eier oft gleich auf dem Kokon abgelegt. “Mein” Weibchen lebte 14 Tage und brachte es in der Zeit auf fast 400! Eine enorme Leistung wenn man bedenkt, das dem Tier nur die als Raupe angefressenen Energiereserven zur Verfügung steht.

Die Raupen sind stark behaart und haben auffällige Büschel auf dem Rücken, die ihnen auch den deutschen Namen “Bürstenspinner” verlieh. Eine dichte Behaarung tragen auch die Jungraupen, um dem Wind eine bessere Angriffsfläche zu bieten. Sie lassen sich nämlich an einem eigens gesponnenen Faden vom Kokon herunter sinken. Der Wind verdriftet sie dann zu Bäumen und Sträuchern, deren Blätter sie fressen.

 

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Autoren: Birgitt und Timo

Zum 5. Mal in Folge wurde wieder an der Carl Zeiss Vogelstation geleuchtet. Im Vergleich zu den Vorjahren sind in diesem Jahr die Bedingungen aber deutlich trockener und wärmer – also besser? Oder doch nur anders schlecht? Diese Frage stellten sich neben den Veranstaltenden (Birgitt Piepgras und Marco Sommerfeld) noch 26 Weitere Personen.

„Der geringe Niederschlag führt zu weniger gut verwertbarer Nahrung für die Raupen und das schlägt sich in sogenannten Hungerformen nieder“ so Piepgras. Dies wurde auch gleich gezeigt anhand einer angeflogenen Gamma Eule, die lediglich halb so groß war wie normal.

Weitere 34 Arten konnten nachgewiesen werden. Darunter – wie in jedem Jahr – der Hopfen-Wurzelbohrer Hepialus humuli (LINNAEUS, 1758) Diesmal ließ sich die Dame sogar bei der Eiablage beobachten!

Die Schwertlilieneule Celaena leucostigma (HÜBNER, [1803-1808]) ist auf Feuchtgebiete wie die an der Vogelstation angewiesen.

Ziel war zum 5. Jahrestag auch Beziehungen in der Natur aufzuzeigen. So war nicht nur von Interesse welche Arten im umliegendem Habitat der Süßwassermarschen vorkommen, sondern auch woran die Raupen der Nachtfalter fressen, oder von wem sie gefressen werden.

Sonogramm und Spektogramm einer Breitflügelfledermaus


Ruf einer Breitflügelfledermaus

Mittels Bat-Detektor konnten an diesem Abend nur wenige Fledermäuse nachgewiesen werden, trotzdem war allen Teilnehmern klar, dass die Nachtfalter eine der wichtigsten Nahrungsquellen für die Jäger der Nacht darstellen.

Sehr gelungen war die aktive Mitarbeit der Gäste und die vielen Fragen die mitunter nicht bis zur Erschöpfung beantwortet werden konnten.

Und wie wird es weitergehen? Birgitt und Marco vereinbarten bei der Verabschiedung eine Fortsetzung im Sommer 2019. Eine Kooperation mit Perspektive!

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Mitten in der Hauptsaison komme ich leider nicht so oft dazu, hier Falter vorzustellen. Den Ringelspinner Malacosoma neustria (LINNAEUS, 1758) möchte ich euch aber nicht vorenthalten. Der deutsche Name ist entstanden, da die Weibchen ihre Eier ringelförmig um Äste von Laubbäumen oder Sträuchern legen.

Die auffälligen Raupen waren früher gefürchtete Schädlingen vor allem in Obstplantagen. Heutzutage ist die Populationsdichte viel zu gering. Häufig wird ein Befall gar nicht wahrgenommen, obwohl die Raupen in Gruppen fressen und sich innerhalb eines Gespinstes häuten.

Vor der Verpuppung spinnt sich die Raupe einen weißen Kokon, der an manchen Stellen deutlich gelb schimmert.

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Das Tagpfauenauge kennt fast jeder aufmerksame Naturbeobachter. Nur wenige haben jedoch das Nachts fliegende Abendpfauenauge Smerinthus ocellata (LINNAEUS, 1758) zu Gesicht bekommen, dass ihm in Schönheit um nichts nachsteht.

Die Falter besitzen keinen Saugrüssel, da sie keine Nahrung zu sich nehmen. Sie leben von den Fettreserven, die sie sich als Raupe angefressen haben. Sie gehören zur Familie der Schwärmer. Der Familienname drückt aus, dass die Tiere ausschwärmen und weite Flüge unternehmen. Das verbraucht Energie, daher leben Abendpfauenaugen abhängig von Witterungsbedingungen (Wind, Kälte, Regen usw.) wenige Tage bis Wochen.

Werden die Falter gestört, reißen sie ruckartig ihre Vorderflügel auseinander. Dadurch werden die eindrucksvollen “Augen” sichtbar. Sie sollen Fressfeinden ein deutlich größeres Tier vorgaukeln.

Die Raupen haben wie alle Schwärmerraupen am hinteren Ende ein Hörnchen. Die Raupe kann damit nicht stechen, es dient hauptsächlich als Hindernis beim abschlucken durch Fressfeinde. Verschiedene Weidenarten sind die Hauptnahrungspflanzen der Raupen.

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Beim gestrigen öffentlichen Leuchtabend gab es ordentlich etwas zu sehen, 51 Arten kamen an das Licht! Für Mitte Mai eine erfreulich hohe Anzahl, verglichen mit den Ergebnissen anderer Leuchtabende um diese Jahreszeit. Die eine oder andere Art hat es aber nicht bis an den Leuchtturm geschafft, die Zwergfledermäuse waren in dieser Nacht auch sehr aktiv.

Mit 26 Exemplaren war der Streckfuss Calliteara pudibunda (LINNAEUS, 1758) die am häufigsten vertretene Art. Woher er seinen deutschen Namen hat, lässt sich gut erkennen. In Ruhehaltung streckt er seine langen Vorderbeine weit nach vorne. Calliteara-pudibunda gehört zu den Trägspinnern, die eine Unterfamilie der Eulenfalter sind.

Die Raupen haben deutlich sichtbar ein kleines rotes “Schwänzchen”, dem die Art auch den zweiten deutschen Namen “Rotschwanz” zu verdanken hat. Sie fressen an vielen Laubbäumen und Gehölzen.

Besondere Ansprüche an den Lebensraum scheint der Streckfuss nicht zu stellen. Ich habe ihn in in Gärten, in Mooren, Parks und an Waldrändern gefunden.

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